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Cleo Panther begleitet Parov Stelar als Toursängerin. © Anna Martin

Schon die letzte Deutschlandtour von Parov Stelar war komplett ausverkauft und man fragt sich: Wer hört eigentlich Electroswing? Nach unserem Besuch seines Konzerts am 19. Februar 2013 in der Alten Feuerwache Mannheim können wir guten Gewissens sagen: scheinbar jeder.

Denn das Publikum, das sich vor der ausverkauften Halle bis an das Parkhaus um die Ecke schlängelt, ist in Sachen Alter und Auftreten bunt gemischt – nur ein paar Verkleidete mit Zylinder, Hosenträgern oder Federboa zeigen an, in welchem Genre wir uns heute Abend bewegen.

Erste Hürde des Abends: Die Garderobe

Da die meisten allerdings ihren Frack oder ihre dicke Winterjacke an der Garderobe abgeben wollen, wird zunächst einmal nicht geswingt, sondern weiter angestanden. Scheinbar ist die Feuerwache mit der Situation völlig überfordert und so wird die Musik, die Support DJ Alex Ryba auflegt, weniger zum Anheizer denn zur musikalischen Untermalung für das Gerangel um einen Kleiderbügel.

Während des Smalltalks einzelner Fangruppen, die geduldig warten, stellt sich heraus: Fast niemand weiß so recht, wie Parov Stelar (mit bürgerlichem Markus Füreder) eigentlich aussieht.

Rund eine Stunde später erfahren wir es, denn um kurz nach neun betritt der Österreicher, begleitet von seiner Liveband und unter frenetischem Applaus, die Bühne. Er wird den ganzen Abend nichts sagen, seine Toursängerin Cleo Panther übernimmt die Sprecherrolle.

"Ihr seid heute Teil eines ganz besonderen Line-Ups", erklärt sie dem Publikum sofort. Da der Bassist aufgrund eines Todesfalles in der Familie wieder abreisen musste, haben Band und DJ ihre Arrangements dementsprechend umgestellt, "aber wir hoffen, dass ihr trotzdem so viel Spaß habt wie wir und mit uns feiert."

Was die nächsten zwei Stunden folgt, ist ein buntes Programm quer durch die Alben des Electroswing-Produzenten; auch ein paar neue Songs, die bisher noch nicht veröffentlicht wurden, stehen auf dem Programm. Etwas schade ist allerdings, dass Tracks mit langsameren Beats wie zum Beispiel Milla’s Dream oder die älteren Songs außen vor gelassen werden.

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Der DJ überlässt seiner Band die Bühnenperformance

Da sich das Tempo zwischen den einzelnen Tracks kaum ändert und es keine Verschnaufpausen zwischen den Songs gibt, kommt einem das Konzert ab und zu wie ein Abend in der Disco vor – nur eben mit interessanterem Programm auf der Bühne.

In der Tat ist die Parov Stelar Band bestehend aus Sängerin, Schlagzeuger, Trompeter und Saxofonist so gut, dass man kaum einen Unterschied zwischen Liveperformance und den Aufnahmen auf den Platten ausmachen kann.

Parov Stelar selbst hält sich im Hintergrund und konzentriert sich auf sein DJ Pult – nur durch gelegentliches Klatschen oder den "Zeigefinger-Tanz" reagiert er auf das begeisterte Publikum. Aller Euphorie zum Trotz herrscht in der Feuerwache ein reges Kommen und Gehen. Da sich mehr und mehr eine Club-Atmosphäre einstellt, zieht es viele Besucher des Öfteren weg von der Bühne und raus zum Rauchen oder an die Theke. 

Nicht alle bleiben bis zum Schluss

Um halb elf bedankt sich Cleo Panther artig beim Publikum und kündigt den letzten Song an. Als die Band nach einer kurzen Pause noch einmal zur Zugabe anrückt, hat sich der Raum vor der Bühne schon sichtlich geleert. Zwar sind noch genug Feierwütige anwesend, doch viele haben die Feuerwache bereits verlassen – vielleicht aus Angst vor dem drohenden zweiten Teil des Garderobendebakels.

Das letzte Stück des Abends ist eine Reprise – den Song All Night Long hatte die Band schon früher am Abend zum Besten gegeben – was gemessen am mittlerweile recht großen Repertoire des Künstlers schade ist.

Dennoch verlässt das Publikum zufrieden die Alte Feuerwache. Es hat genau das bekommen, was es verlangt hat: Eine gute Electroswing-Show mit einer noch besseren Liveband und zwei Stunden ausgelassenen Feierns, Swingens und Tanzens.

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