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Everlast (live in Mannheim, 2012) © Johannes Rehorst

Er spielt zwar noch in weiteren Ländern wie der Schweiz oder in Russland, aber mit seinem Auftritt in Mannheim gab Everlast am 13. Dezember sein letztes Deutschlandkonzert - jedenfalls für dieses Jahr.

Als Everlast an diesem Donnerstagabend um kurz nach 21 Uhr die Bühne der Alten Seilerei betritt, lautet der erste Eindruck: Alt ist er geworden, der Herr Schrody. Vollbart, Sonnenbrille und Wollmütze lassen im ersten Moment gar ein Mitglied von ZZ Top erwarten, doch die ersten Töne schaffen Klarheit: Er ist es, Mr. Whitey Ford himself.

Sitting around

Statt "Jump around" war dieses Mal ganz dem optischen Eindruck entsprechend "Sit around" angesagt, denn der Abend stand unter dem Motto "An acoustic evening with Everlast". Dass der ehemalige House of Pain-Frontmann auch anders kann, als den Rotzrüpel raushängen zu lassen, ist inzwischen hinlänglich bekannt, schließlich waren seine letzten Veröffentlichungen noch mehr in der Singer/Songwriter-Ecke anzusiedeln, als es bei früheren Alben der Fall war.

Zwar war Everlast seine Grippe merklich anzusehen, und sicher wirkte sich diese auch auf die mit rund einer Stunde relativ knapp bemessene Spielzeit aus, doch musikalisch war das, was er und  Mitmusiker Derek Brassel Jr. in dieser Zeit boten, eine astreine Vorstellung.

Entgegen sonstigen Gewohnheiten eher wortkarg, konzentrierte man sich auf das Wesentliche – die Musik. Die Erkältung tat dem Reibeisenorgan keinen hörbaren Abbruch. Und neben einigen Songs aus dem aktuellen Album Songs of the Ungrateful Living durften auch alte Kracher wie Today und natürlich What it’s like nicht fehlen.

Zwei Gitarren und Gesang

Vielen der Songs stand die auf zwei Gitarren und Gesang reduzierte Fassung ausnehmend gut. Die Johnny-Cash-Reminiszenz Folsom Prison Blues kam beim Publikum ebenfalls bestens an. Die Lacher hatte der Meister schließlich auf seiner Seite, als er Black Jesus unterbrach und über den Grad seiner Wahrnehmung beim Schreiben der Lyrics dieses Songs philosophierte: "I must have been really stoned when I wrote that song!"

Unter normalen Umständen wäre der Spaß wirklich zu kurz bemessen gewesen, aber man sollte in diesem Fall etwas Nachsicht walten lassen: Dem Mann stand die Anstrengung gegen Ende doch sichtlich ins Gesicht geschrieben.

Für eine Zugabe reichte es dennoch. So kam das Mannheimer Publikum zum Abschluss des Abends in den Genuss einer Akustik-Version der Santana-Kollaboration Put your lights on, bevor dann endgültig das Krankenlager rief. Well done Mr. Ford. Gute Besserung!

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