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Die Orsons (live in Karlsruhe, 2012) © Jannik Rulitschka

Als Teil des "New-German-Hip-Hop-Movement" stellen die Rapper Maeckes, Tua, Plan B und Kaas, besser bekannt als Die Orsons, das festgefahrene Genre genaue wie ihre Kollegen Casper und Cro auf den Kopf. Dies äußert sich nicht nur in Musik und Text, sondern vor allem in den energiegeladenen Liveshows und so ließen sie auch am 19. November 2012 im Karlstorbahnhof in Heidelberg keinen Stein auf dem anderen.

Es ist 21 Uhr und kein Supportact in Sicht, geschweige denn eine Spur der Stuttgarter HipHop Formation Die Orsons. Vor der Bühne des Karlstorbahnhofs versammelt sich das durchweg junge Publikum, deren Stil schon verlauten lässt, dass an diesem Abend keine Aggro-Deutschrap Combo mit Hasstiraden oder Ähnliches auftreten wird.

Die Stuttgarter Jungs bringen seit 2007 mit viel Ironie und Sarkasmus frischen Wind in den deutschen HipHop und so sucht man die stereotypischen Baggypants und Shirts der Größe XXXXL vergebens.

Steiler Aufstieg der Stuttgarter Rap-Combo

Den Fans ist eben dies bei der Musik der Orsons wichtig: Dass es sich vom gewohnt prolligen Genre abhebt. Schon die Bandgeschichte macht klar, dass sie sich nicht mit den bekannten Gesichtern in einen Topf werfen lassen. Ein Jahr nach dem Zusammenschluss der vier Rapper Maeckes, Plan B, Tua und Kaas zu Die Orsons veröffentlichten sie ihr Debütalbum mit dem treffenden Album Das Album, dessen Texte mit Attributen wie "süß" oder "lieb" gegen jede bösartige Rap-Regel verstieß.

In den letzten Jahren folgten Supportkonzerte für keine geringeren als Herbert Grönemeyer und Fettes Brot, bis sie im September 2012 durch ihren Auftritt beim Bundesvision Song Contest einem breiteren Publikum bekannt wurden. Hier traten sie gemeinsam mit Labelkollegen und Chartstürmer Cro auf, mit dem sie sich immerhin den fünften Platz des Wettbewerbs sichern konnten.

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Knapp zwei Monate später betraten Die Orsons dann mit 20-minütiger Verspätung die Bühne des Karlstorbahnhofs und hauchten mit fettem Bass jedem Zuschauer bis in die letzte Reihe neues Leben ein. Ab der allerersten Sekunde kochte die Luft und es war schwer auszumachen, wo die Stage eigentlich aufhörte und die "Tanzfläche" begann.

Denn die vier Orsons nutzten den knappen Platz zwischen Drummer, DJ und zwei Backgroundsängerinnen voll aus und sprangen vom einen Ende zum anderen, ohne dabei die Animation der tobenden Fans aus den Augen zu verlieren.

Timing und Abwechslung garantiert

Doch die zwei Zauberworte des Abends hießen eindeutig "Timing" und "Abwechslung". So folgte eine Show, die diese Begriffe perfektionierte und mit energetischen Rap-Dubstep-Partysongs, ruhigeren Solo-Nummern, typischen Orsons-Blödeleien oder der passenden Fokussierung auf den Rest der Band immer den richtigen Nerv des Publikums traf.

Dem Titel ihres aktuellen Albums Das Chaos und die Ordnung wurden sie mit ihrem Auftritt mehr als nur gerecht und schafften es, das Publikum immer gerade lang genug in Melancholie zu versetzen, um dann mit geschickten Übergängen in chaotisch euphorische Tanzmusik zu driften.

Nach dem ersten Abgang der Band nach 16 gespielten Songs war der Abend allerdings noch lange nicht vorbei. Mit insgesamt sechs weiteren Tracks, Strobo-Licht und dem Konzertklassiker "Männer singen/grölen gegen die Frauen" holten sie das Letzte aus ihren Fans heraus.

In seiner Solo-Nummer Graustufenregenbogen fragte Orsons-Mitglied Maeckes am Ende des Abends "Wo sind denn nur all die bunten Farben?" und die offensichtliche Antwort liegt wohl im Konzert der Orsons selbst. Denn wie, wenn nicht mit dem schönen Adjektiv kunterbunt lässt sich die elektrisierende und vor Lebensfreude strotzende Liveshow der vier Stuttgarter mit einem Wort beschreiben.

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