Calexico im Huxleys: Ein perfekter Abend

Calexico im Huxleys: Ein perfekter Abend © Wendy Lynch

Im ausverkauften Huxleys sorgten Calexico für einen perfekten Abend, der schwer zu toppen sein wird.

Wer viele Konzerte besucht, merkt oft, wie ein unmotiviertes Publikum den Abend und die Anstrengungen der Band zunichte machen kann. Wenn man dann ein so wundervolles Zusammenspiel wie bei Calexico und ihren Fans erlebt, ist das etwas ganz besonderes.

Bereits der Support Laura Gibson war ein kleines Highlight und mehrere Zwischenrufe aus dem Publikum machten deutlich, dass sich die sympathische Sängerin aus Portland, Oregon auch in Deutschland schon eine gewisse Fangemeinde aufbauen konnte. Mit ihren drei Bandkollegen spielte sie eine knappe Stunde und ließ mit mal schnelleren, mal langsameren Folksongs einen musikalisch ereignisreichen Abend beginnen.

Gänsehaut im Publikum

Nach einer kurzen Pause legten dann pünktlich um 21 Uhr Calexico zunächst zu dritt los, konnten die unruhig wartende Menge sofort begeistern und wurden mit frenetischem Applaus bedacht. Nach einer kurzen Begrüßung in überraschend akzentarmem Deutsch kamen dann noch vier weitere Musiker der für wechselnde Besetzungen und zahlreiche Gastmusiker bekannten Band hinzu. Ab diesem Moment gab es für die gut gelaunte Meute vor der Bühne kein Halten mehr.

Bereits mit Epic vom neuen Album Algiers sorgten Calexico für Gänsehaut, alles passte zusammen: Joey Burns charakteristische Stimme, ein fantastisches Zusammenspiel der verschiedenen Instrumente und nicht zuletzt auch der perfekt abgemischte Ton. Die großartige Atmosphäre und natürlich der tolle Saal im Huxleys taten ihr Übriges. So war es nicht schwer, dem Alltag eine Weile zu entschwinden.

Abwechslungsreiches Set

Obwohl natürlich hauptsächlich neue Songs gespielt wurden, kamen aber auch die stets erhofften und sehnsuchtsvoll erwarteten alten Lieder nicht zu kurz und besonders die feurigen Mariachi-Titel wie Inspiración brachten das Blut der Fans offensichtlich in Wallung. Stellenweise bebte der Saal regelrecht, weil so heftig geklatscht, gestampft und gejubelt wurde.

So war es auch nicht verwunderlich, dass die Fans Calexico nach einer knappen Stunde Spielzeit nicht ohne Zugabe von der Bühne lassen wollten und minutenlang klatschten und pfiffen. Nachdem aber alle Anwesenden bereits so viel Spaß gehabt hatten, ließ man sich natürlich nicht lumpen. Es folgten gleich sieben weitere Lieder, während derer die Begeisterung der Zuschauer nicht nachließ. Calexico waren sichtlich gerührt von der überwältigenden Resonanz und verließen merklich schweren Herzens die Bühne, nachdem sie sich mit dem letzten Song Ghost Of A River verabschiedet hatten. Mit einem wohligen Gefühl endete so ein rundum gelungener Abend, der allen Anwesenden sicher noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

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