So unauffällig er äußerlich wirkt, so opulent sind die Arrangements seiner Songs: der Musiker Jens Lekman gehört zu den bekanntesten in seinem Heimatland Schweden. Nach einer längeren Pause trat er mit seiner Band im Berliner Lido auf.

Dort erlebte das Publikum einen humorvollen und freundlichen Jens Lekman, der mit seinem Charme und einigen absurden Anekdoten die Zuschauer von Anfang an in seinen Bann ziehen konnte. Besonders der Song A Postcard To Nina mit der Geschichte über eine lesbische Brieffreundin – namens Nina – und wie er sich bei einem Treffen mit ihren Eltern als ihr Partner ausgab wurde bejubelt. Begleitet wurden diese kuriosen und romantischen Erzählungen von beschwingten und ausgefeilten Arrangements, die von seiner Band mit viel Liebe und einer ganzen Reihe von Instrumenten umgesetzt wurden: Mal war ein Akkordeon zu vernehmen, mal die weichen Töne einer Blockflöte, dann auch wieder mit Herzblut gespielte Saxophon-Passagen und ein anderes Mal verzückten Klänge vom Piano den Raum.

Dazu führte Jens Lekman bei vereinzelten Stellen immer wieder pantomimische Bewegungen aus und versinnbildlichte mit einer einstudierten Choreographie – in der jedes Bandmitglied die Arme ausbreitete und vorgab zu fliegen – was man bei diesen Melodien und Harmonien als Zuschauer am liebsten getan hätte: Mit der Musik schwerelos in die lautlose Nacht zu schweben. Zwar wird das wohl nur eine Illusion bleiben, aber träumen war ja noch nie verboten. Vor allem, wenn man Musik wie jene von Jens Lekman hört.