Im Magnet Club präsentierten sich The Radio Dept., von deren Gründungsmitgliedern nur noch Sänger Johan Duncanson dabei ist, ruhig und ohne die Absicht, mit dem Publikum viele Worte zu wechseln. Stattdessen spielten die drei Bandmitglieder ihre harmonischen, eingängigen und von der weichen Stimme Duncansons durchzogenen, poppigen Songs unspektakulär herunter. Erstaunlicherweise erzeugte genau diese Eintönigkeit und die Sterilität der Performance eine merkwürdige Faszination, die das Interesse des Publikums weckte und es zum Verweilen und Zuhören einlud.
Mehr Emotionen und Bewegung hätten dem Konzert jedoch ganz sicher gut getan. Der Gig wirkte, als ob man zuvor Beruhigungspillen eingeschmissen hätte. Es hinterblieb ein statischer Eindruck von der Band, die wie schon beschrieben nicht nur wenig kommunizieren wollte, sondern auch sehr bewegungslos an ihren Instrumenten stand. Verschmitzt, mit einem leichten Schmunzeln in den Gesichtern, beobachteten die schwedischen Musiker die Reaktionen der Zuschauer auf ihre Musik. Und so unspektakulär The Radio Dept. auf die Bühne gekommen waren, so verließ die Band diese auch wieder: Ruhig und bedächtig.

