Die Liveperformance des Labels "SugarCandyMountain" startete in den frühen Morgenstunden. Den Anfang machte OINQK mit seiner 8-Track-Analog-Tape- Performance, während nebenan der Hamburger Brutus mit digitaler Wandmalerei und Dj-Set Leute auf die Tanzfläche lockte. Der großgewachsene LAN-Frontman Colja Kärcher trat zu später Stunde auf die Bühnenbretter als eine Mischung aus Peter Pan und Tim Burtons "Nightmare Before Christmas"-Charakter Jack. Das Gesicht war mit Glitzer und dem Auge des Re verziert. Dieses ist aus der ägyptischen Mythologie das Sonnenauge der gefährlichen Göttin, welches die Trägerin zunächst als eine Katze auftreten ließ und später durch einen Wutanfall in einen Löwen verwandelte, der nur durch Tanz und Musik besänftigt werden konnte. Besänftigt werden musste der Sänger mit der fragilen, eindrücklichen Stimme nicht und präsentierte vielmehr mit seiner Band die abwechlungsreichen Zitate und des Debüts CU-Lan, welche derzeit als Promo über die Labelseite Sugarcandymountain erhältlich ist.
Mit einfallsreicher Glitzerrobe performte der Sänger in gewohnt drahtiger Manier. So lud die Truppe mit den Worten "take me to the 90s" mit dem Song 90s in das Lieblingsjahrzent ein und beschrieb mit dem punkig angehauchten Song Money den Segen und das Leid des lustig bedruckten Papiers. Mit dabei hatten LAN ihre ominöse Luminary-Midi-Controller-Black-Box, welche durch das Label-Logo, dem Sonnenberg, verziert wird. Dieser Controller funktioniert als ein audiovisuelles Instrument, das über Infarotsensoren die Visuals und den Audiosound der Liveperformance mischt. Schade an diesem Abend war nur, dass der Rest der Band die zum LAN-Konzept passenden Klamotten zu Hause gelassen hatte und stark aus dem ästhetischen Gesamtbild herausfiel. Nichtsdestotrotz, Sugarcandymountain hat sich auf die Fahnen geschrieben, Musik zum Tanzen und Träumen zu gestalten und zu vereinen. Dafür stehen auch die unter Vertrag genommenen LAN. Das seit 2006 aus Berlin agierende Trio verbindet elektronische Musik und Sounds aus dem alltäglichem Leben mit akustischen Instrumenten und holte sich für diese Gelegenheit Thalstroem an die Trompete. LAN fühlen sich keiner speziellen Richtung verpflichtet. Viel lieber bedienen sie sich mit großer Abwechslung der Berliner Club- und Pop-Geschichte der letzten 50 Jahre. Sehr zur Freude der Hörer. LAN machen eben Laune, richtig gute Laune.

