Mit ihrer wilden Mischung aus Rockabilly, Punk, Pop, Folk, Reggae und Elektro waren The Woodentops in den achtziger Jahren ihrer Zeit scheinbar voraus. Zwar konnte die Band um Sänger Rolo McGinty mit Songs wie Move Me oder Why Why Why auch Erfolge feiern, doch der große Durchbruch blieb ihnen mit ihrem Sound verwehrt. Leider, muss man sagen. Denn heutzutage gibt es unzählige Bands, die ähnliche Sounds produzieren. Und wohl leider auch mehr Fans zu ihren Konzerten ziehen, als es die nach langer Pause fast schon in Vergessenheit geratene Band im Berliner Lido tat. Denn dass es The Woodentops noch können, das bewiesen sie trotz der spärlichen Besucherzahlen dennoch.
So begeisterte die Band die zwar wenigen, aber enthusiastischen Fans mit schnellem, hektischem und temporeichem Schrammelgitarrenpop und zusätzlich mit einem nervös-hibbeligen Sänger, der nicht ruhig sein konnte. Denn entweder hüpfte er auf und ab oder verbildlichte seine Texte mit Gesten, indem er wild in der Luft mit den Armen gestikulierte. Nur eins hatte man ein wenig mehr erwartet: Vielfalt. So klang das Ganze auf Dauer leider doch etwas monoton. Den Zuschauern war das jedoch egal. Sie freuten sich, dass The Woodentops wieder aus der Versenkung aufgetaucht sind. Und die Band dankte dies mit einigen Zugaben und Sänger McGinty, indem er von der Bühne stieg und einzelnen Zuschauern ganz persönlich die Hand gab. Schön, wenn Bands noch solche treuen Fans haben. The Woodentops haben sie scheinbar. Denn das letzte Mal, als die Band Berlin besuchte, hatte noch die Mauer gestanden.

