Ohne die Verwendung einer Gitarre Musik zu machen ist für viele Bands undenkbar. Gut, es gab im Jahre 1979 Death From Above, die nur mit Bass und Schlagzeug spielten, aber sonst? Golden Silvers experimentieren damit nun erneut und fügen den ausgeprägten Basslinien lieber zusätzlich noch ausschweifende Keyboard-Disco-Arrangements und verschiedene andere Effekte hinzu. Das Ergebnis klingt nach den 70er Jahren und ist zum Tanzen oder für notorische Kopfnicker bestens geeignet.
In Berlin spielten Golden Silvers in der vergangenen Woche nun zwar ein sehr kurzes, aber dafür umso verspielteres Konzert, bei dem Sänger Gwilym Gold mit seinem verpeilten Gesichtsausdruck, seinen verwuschelten Haaren und seinen verträumten Augen eher wie ein bildender Künstler erschien, als der Sänger einer Rockband. Nichtsdestotrotz bediente er das vor ihm aufgebaute Keyboard exzellent und zog aus diesem wunderbare, pfeifende Melodien heraus, die zusammen mit dem Schlagzeug und den funkigen Basslinien sehr tanzbare Disco-Pop-Hymnen, wie zum Beispiel der Titel Arrows Of Eros, erzeugten und einen veranlassten, zum Sound mitzuwippen.
Und so konnte bei diesem Konzert nur die sehr kurze Spieldauer dieser sympathischen Band beanstandet werden. Doch was sollte man machen, haben Golden Silvers eben bisher erst ein Album namens True Romance veröffentlicht. Auf das nächste Konzert der Engländer sollten sich Fans freuen, denn live macht die Band genauso viel Spaß, wie auf Platte.

