Dabei könnte man sich ihre Musik wirklich gut in einem Film à la Tarantino vorstellen. Wie Marta Collica mit ihren schwarzen Cowboystiefeln und einer passenden E-Gitarre bewaffnet so auf der kleinen Bühne der Hasenschaukel stand, erinnerte ihre Musik, wenn auch ohne Mundharmonika, etwas an die der alten Westernfilme. Insbesondere die Lieder Clandestine und Bonewhite Moon ertönten mit solch einer tiefen Melodramatik, dass sie einen Hauch von "Spiel mir das Lied vom Tod" an sich hatten. Auch die Gestiken von Marta Collica und Deko, ihrem Landsmann und musikalischen Begleiter auf der E-Gitarre, passten in das Bild. Italienisch reservierte Eleganz meets Western-Coolness. So lässt sich die allgemeine Atmosphäre des Abends wohl am Besten beschreiben.
Obwohl der Auftritt natürlich hauptsächlich dem neuen Album gewidmet war, wurden auch "alte" Lieder wieder zum Leben erweckt. Mit dem Song Morning After, der erneut in Zusammenarbeit mit dem australischen Songwriter Hugo Race entstanden ist, schenkte sie dem Publikum sogar einen vielversprechenden Einblick in ihr geplantes neues Album. Auch wenn Marta Collica an diesem Abend immer wieder zu ihren typischen sanften Indie-Klängen zurückkehrte, wie mit dem Lied Defenceless, wirkte es, als müsste sie ihre Stimme dafür eher eindämmen anstatt sie voll und ganz entfalten zu können. Bei den powervollen und rockigen Liedern hingegen kam ihre Stimme dafür umso mehr zur Geltung.
Marta Collica könnte mit ihrer Musik also durchaus die Rolle eines Ennio Morricone übernehmen. Eines steht jedoch fest, auch wenn die Musik im Vordergrund eines jeden Konzertes stehen sollte, ist die sinnliche Vermittlung der Musik von genauso hohem Stellenwert. An diesem Abend schaffte es Marta Collica gewiss einen perfekten Soundtrack zu verkörpern. Der passende Film dazu spielte sich jedoch leider nur in den Köpfen des Publikums ab.

