Dabei machten Camera Obscura anfangs zwar einen sehr entspannten, aber eher missgelaunten Eindruck. Zumindest Sängerin Tracyanne Campbell hatte sicherlich schon bessere Tage erlebt. Jedenfalls schaute sie hier eher lustlos und missmutig in den Saal des Berliner Postbahnhofs. Das spürte man auch an der Performance und der Musik, was zu Beginn alles etwas gelangweilt klang. Das Publikum störte sich daran aber anscheinend nicht. Denn die Besucher zeigten sich von Anfang an beglückt vom Erscheinen der sechsköpfigen Truppe und klatschten zu Songs wie If Looks Could Kill immer wieder eifrig Beifall. Und das war gut so! Denn das war wahrscheinlich einer der Gründe, warum Camera Obscura nach einer Weile viel euphorischer, fröhlicher und enthusiastischer ihre Musik präsentierten, als sie es zuvor noch getan hatten.
So drehte sich die am Keyboard stehende Carey Lander nun immer öfter lachend zu ihren Bandkollegen um, der die Trompete bedienende Nigel Baillie bewegte sich nicht mehr steif an einer Stelle, sondern tanzte stattdessen mit seiner Trompete und verschiedenen Schlaginstrumenten an seinem Platz ausufernd hin- und her und auch Sängerin Tracyanne Campbell machte nun einen zufriedeneren und glücklicheren Eindruck. Hoffentlich aber nicht nur, weil sie wenig später zusammen mit den restlichen Bandmitgliedern die Bühne verließ, sondern weil das Publikum sie überzeugt hatte, dass man zur Musik von Camera Obscura nicht unbedingt traurig dreinschauen muss.

