Normalerweise sind Konzertbühnen groß genug, dass alle Bandmitglieder sich ausreichend darauf bewegen können. Doch es gibt Konzerte, da besteht die Band aus so vielen Mitgliedern, dass die Bretter aus allen Nähten platzen. Wie bei Hjaltalin im Foyer 101 des Admiralspalastes.

Dort drängen sich die Mitglieder der isländischen Band Hjaltalin zu acht auf der klitzekleinen Bühne. Und das, obwohl sie als eigentlich zehnköpfige Formation noch nicht einmal vollständig vertreten waren. Die Musik von Hjaltalin wurde dabei mit allen Instrumenten zelebriert, die man sich nur vorstellen konnte. So fanden sich nicht nur die üblichen Gitarren, sondern auch eine Klarinette, eine Violine, ein Fagott, verschiedene Rasseln und ein Piano im Aufgebot wieder. Dazu gesellten sich die träumerisch-nachdenklichen und eine bestimmte Tragik transportierenden Stimmen der Sängerin Sigga und des Sängers Högni.

Diese Melange klang insgesamt lieblich und harmonisch, besonders wenn sich die Violin- mit den Klarinetten- und Fagottmelodien überlagerten, oder wenn am Piano schnelle Boogies gespielt wurden. Nur die Sängerin wirkte nicht immer ganz fröhlich, sondern schaute eher traurig drein oder quälte sich zu einem Lächeln für den großen Applaus, den das Publikum der Band am Ende des sehr melodiereichen Konzerts schenkte.

Apropos Applaus: Die Vorband Ikaria hätte mit ihrem Post-Rock-Pop auch etwas mehr Aufmerksamkeit verdient. Zwar füllte sich bei ihrer Darbietung der Saal  schon etwas, dennoch mussten die vier, aus Berlin, Chicago, Wahington DC und San Diego stammenden Musiker, ihrer Qualität entsprechend, vor viel zu wenigen Zuschauern auftreten. Das nächste Mal kommen die Zuschauer dann hoffentlich früher.