Asher Roth lässt kleine weiße Jungs in den USA von einer großen Karriere träumen, und trotzdem weiter den Nerd in sich ausleben zu dürfen. Was dieser junge Grundschullehrer so auf der Bühne zu bieten hat, das zeigte er auf seiner jüngsten Tour durch Deutschland. In Köln freuten sich Fans zuerst über Restkarten an der Abendkasse, dann auf die Show. Doch noch über eine Stunde ließ der Blonde Rapper das Kölner Publikum warten - das am Ende dennoch nicht enttäuscht wurde.

Talentierte junge Rapper gibt es in den USA viele, wenn sie es heute auch schwerer haben als früher, sich einen Namen zu machen und die Zahl der erfolgreichen Newcomer von Jahr zu Jahr nachlässt. Das Ganze mag viele Gründe haben, aber einer ist sicherlich die extreme Beliebigkeit unter ihnen. Zu viele schlechte Mixtapes erscheinen und kaum jemand nimmt sich die Zeit ein gutes Album, und nicht nur eine gute Single, zu basteln. So befassen sich die Medien mittlerweile mehr mit Altstars als mit Newcomern, sind diese es meist einfach nicht wert darüber zu berichten oder schlicht zu langweilig. Entsprechend lechzen die Kollegen danach, mal wieder "jemand neues" zu finden, im Sinne erfrischender Abwechslung. Asher Roth muss einigen deentsprechend als ein Geschenk höherer Kräfte erschienen sein: Ein weißer Rapper, Bubi-Aussehen, nasale Stimme, freche Texte – daraus lassen sich gefühlte 1000 Vergleiche zu Eminem ziehen. Doch diese Diskussion wurde bereits ausgiebig geführt, und um damit schnell auf den Punkt zu kommen: Asher Roth und Eminem haben nicht mehr gemein, als Scarface und Lupe Fiasco.

Asher Roth ist ein Nerd und steht dazu, kann er ja auch schlecht verbergen. Dass Nerds beeindruckenden HipHop machen können, das hat Asher nicht nur auf seinem Album bewiesen, sondern nun auch live in Deutschland. Zusammen mit seinen Collegejungs, die noch weniger dem gängigen Standard des amerikanischen Rappers oder seiner Entourage entsprechen, zeigte er in Köln, was er live drauf hat. Und das war einiges.

Asher Roth ließ jeden seine Liebe zum HipHop spüren. Er versuchte nicht irgendwelche Klischees zu bedienen oder irgendetwas zu spielen, sondern hatte schlicht Spaß auf der Bühne und wusste das Publikum damit anzustecken. Seine Skills hat er schon früher bewiesen. Auf der Bühne zeigte er zusätzlich welch begnadeter Live-MC er ist. Dies ist durchaus etwas Besonderes, vermögen viele Rapper auf ihren Alben und Mixtapes verbrannte Erde und Ohren hinterlassen, so enttäuschen sie live oft durch die mangelnde Kraft in der Stimme oder geringe Bühnenpräsenz. Bei Asher Roth gab es beides und obendrauf noch eine extrem unterhaltsame Show. Er hatte stets das richtige Gefühl für das Publikum und dessen Wünsche.

Die Showeinlagen zwischendurch kamen stets im richtigen Moment und nie angestrengt. Solch ein Konzert hat man von einem US-Rapper lange nicht mehr gesehen und man hatte hin und wieder das Gefühl, einen europäischen Rapper zu erleben. Dies liegt aber eben daran, dass es solche Rapper wie ihn in den USA selten gibt, bzw. diese so gut wie nie Erfolg haben. Das hat nicht nur mit seiner Herkunft aus der Mittelschicht zu tun, der entstammen auch LL Cool J oder Kanye West, aber eben doch insofern, als dass man als Hörer genau spürt, wie er zum Rappen kam: Die Ursprünge liegen bei ihm wohl kaum im Gedanken an eine Karriere bzw. daran, damit viel Geld verdienen zu können.

Man darf gespannt sein was Asher Roth in Zukunft noch von sich hören lassen wird. In Köln gab er auf jeden Fall Anlass zur Vorfreude.