Soap & Skin hat mit ihrem Debütalbum viel Aufsehen erregt. Bei ihrem Konzert in der Alten Feuerwache konnten sich nun auch die Fans aus Mannheim und Umgebung eine Meinung über Soap & Skins Live-Präsenz bilden.

Die 18-jährige Österreicherin Anja Plaschg stammt aus Gnas, einem kleinen Dorf in der Steiermark. Trotz ihres jugendlichen Alters hat sie unter ihrem Künstlernamen Soap & Skin bereits eine Menge Aufmerksamkeit erregt.

Beispielsweise veröffentlichte das englische Musikmagazin MOJO in seiner Maiausgabe eine wohlwollende Besprechung ihres Debütalbums "Lovetune For Vacuum" und erklärte den internationalen Erfolg für unausweichlich. 

Auftakt solo am Klavier

Nach Deutschland hat sie es unter den wohlwollenden Blicken des hiesigen Feuilletons schon einmal geschafft – genauer gesagt in die gut gefüllte Alte Feuerwache nach Mannheim.

Das Konzert eröffnet Soap & Skin mit einer Reihe melancholischer, düsterer Popsongs, die sie in sehr gedämpftem Licht allein am Klavier vorträgt.

Verhaltener Beginn

Diesem Teil des Auftritts fehlt es nicht nur an Spannung, er offenbart auch noch Defizite, die man bei einer so jungen Künstlerin schlichtweg erwarten muss. Ihr Gesang ist nicht immer sattelfest, ja es scheint ihr gelegentlich an der notwendigen Kontrolle ihrer Stimme zu fehlen. Wieso es ihr nicht gelingt, die auf "Lovetune For Vaccum" noch leidlich funktionierenden Songs angemessen zu präsentieren, bleibt dennoch etwas rätselhaft.

Beim Publikum will sich jedoch aufgrund der relativen Ereignislosigkeit keine rechte Begeisterung einstellen. Der Applaus ist daher eher höflich als enthusiastisch. Im zweiten Teil des Konzerts setzt Soap & Skin aber andere Akzente.

Starke zweite Hälfte

Neben Klavier und Gesang treten nun verstärkt elektronische Elemente hervor, die der Musik deutlich mehr Gewicht und Charakter verleihen. Nun reiht sich ein Höhepunkt an den nächsten. Die düstere Symbolik der glänzend inszenierten Lieder wie "The Sun", "Thanatos" und "Spiracle" hinterlassen bei den Zuhörern einen gewaltigen Eindruck und löst die Art von Begeisterung aus, die im ersten Teil fehlte.

"The Sun" leitet in ein elektronisches, dem Industrial verwandtes Stück über, das Soap & Skin auf einer in rotes Licht getauchten Bühne zelebriert. "Spiracle" ist fast überwältigend in seiner Intensität, charakterisiert durch zwei markerschütternde Schreie. Beim abschließenden "Marche Funèbre" stellt sich die Sängerin zum ersten und einzigen Mal an das Mikrophon und erzeugt mit ihrem Gesang, roboterartigen Bewegungen und gespenstischer Ausleuchtung eine fast furchteinflößende Atmosphäre.

Theatralisch und verhuscht

Zu Beginn der Zugabe erscheint Soap & Skin und wirft sich (so vermute ich) am Rand der Bühne vor dem Publikum zu Boden. So theatralisch diese Geste ist, so zurückhaltend war die Künstlerin während des übrigen Auftritts. Nur ein verhuschtes "Danke" entfleucht ihren Lippen, ansonsten verlässt sie sich auf die Wirkung ihrer Musik.

Als Abschluss des gut einstündigen Konzerts folgt dann eine stark verfremdete Coverversion des Queen-Klassikers "The Show Must Go On". Für den nächsten Auftritt wünsche ich mir Falcos "Jeanny" als Zugabe.