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GESPRÄCH UND MUSIK im Anschluss - DJ Phonatic: "Antisemitismus in der Clubszene - Wenn Solidarität zur hohlen Phrase wird"
(Reihe: Gegen jeden Antisemitismus)
DJ PHONATIC (House, Techno, Deep House - Berlin) arbeitet als DJ, Veranstalter und Kurator eigener Events und Clubnächte. Seit dem Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 gehört er zu den wenigen Akteuren der elektronischen Musikszene, die sich öffentlich und unmissverständlich gegen die mangelnde Solidarität mit den israelischen Opfern und gegen den wachsenden Antisemitismus innerhalb der Szene positioniert haben. Er organisierte mehrere Veranstaltungen, die an die beim Nova Music Festival ermordeten Besucherinnen und Besucher erinnerten und jüdischen Perspektiven in einer zunehmend feindseligen Atmosphäre Raum gaben.
Diese Haltung ist für ihn nicht folgenlos geblieben. Seine beruflichen Möglichkeiten haben sich spürbar verändert: Bereits gebuchte Auftritte wurden abgesagt, nachdem sich anonym Menschen bei Bookern oder Locations darüber beschwerten, warum dort ein "Zionist" auflegen dürfe. Anfragen von Veranstaltern, Bookern und Clubs, in denen er zuvor regelmäßig gespielt hatte, blieben plötzlich unbeantwortet. Nach einem Israel-Besuch wurde PHONATIC zudem auf eine BDS-Boykottliste gesetzt, die ausdrücklich dazu aufruft, die dort aufgeführten Künstler zu boykottieren und zu "canceln".
Was hier sichtbar wird, ist mehr als ein persönlicher Konflikt. Es geht um die Frage, welchen Raum eine Musikkultur für Solidarität, Widerspruch und jüdisches Leben lässt - und was passiert, wenn jemand es wagt, sich gegen den Zeitgeist zu stellen.
Gerade popkulturelle Räume sind für viele Jüdinnen und Juden in den vergangenen drei Jahren zunehmend zu Angsträumen geworden. "Es darf nicht allein an jüdischen Menschen hängenbleiben, sich gegen Judenfeindlichkeit zu wehren. Gerade in einer Szene, die sich mit elektronischer Musik beschäftigt und in der ein Bezug zum Massaker beim Nova Festival eigentlich nahe liegen müsste, herrscht
...Mehr anzeigen weitgehend Schweigen - schlimmer noch: Taten wurden relativiert oder im schlimmsten Fall sogar begrüßt", beschreibt PHONATIC seine Sicht.
Wir wollen mit ihm über die Entwicklungen der vergangenen drei Jahre sprechen, über seine persönlichen Erfahrungen und darüber, was Antisemitismus mit einer Szene macht, die sich selbst gerne als offen, progressiv und solidarisch versteht. Gleichzeitig soll ein Raum für Austausch, Vernetzung und gegenseitigen Support entstehen - und dafür, Kräfte zu bündeln und gemeinsam Haltung gegen Antisemitismus zu zeigen.
Und wir wollen gemeinsam feiern. Im Anschluss an den Austausch legt DJ PHONATIC auf und bringt Euch und uns zum Tanzen!
https://soundcloud.com/p...0_e0_tv4_a1demo0iujz6fo
NO PLACE FOR FASCISM, RACISM, ANTISEMITISM, ANTIZIONISM, SEXISM, HOMOPHOBIA, TRANSPHOBIA!
NO VIOLENT DANCING!Weniger anzeigen