»Bevor du ein Instrument spielen lernst, musst du erst mal lernen, wie man den Algorithmus spielt!« Zwischen TikTok, Rokoko, viralen Videos und Schokoladenkugeln. Die österreichische Autorin und Regisseurin Isabella Sedlak entwickelt gemeinsam mit der Ausnahmeschauspielerin Vidina Popov eine Bühnenfigur, die Mozarts Biografie in die Gegenwart einer jungen Frau überträgt: Als Algorithmus-Genie wächst sie in einer Salzburger Online-Dynastie auf, mit Schwarzenegger als Prophet und Life Coach und einem sehr ambitionierten Content Creator als Vater. Ihre frühe Prominenz führt sie von der Arktis durch neue und alte faschistische Strukturen, zum Burnout mit dreizehn und einem Neustart im veganen Burgerladen, bis sie schließlich ihre ganz eigene Protestbewegung gegen den Ausverkauf der Kunst gründet.
Schnell, witzig und sprachlich brillant führt Sedlak das Publikum nah an diese hedonistische Figur heran, die zwischen Nationalismen, kosmopolitischem Freiheitsdrang und Größenwahn changiert. Den Sound dazu findet der israelisch-brasilianische Musiker Thomas Moked Blum. Mit Geige, Gitarre und Elektronik bringt er Mozarts Melodien in Resonanz mit jüdischen Musiktraditionen und Rhythmen aus dem Balkan. Es entsteht ein Dialog zwischen Schauspiel und Musik, die sich gegenseitig antreiben und aneinander reiben. Mozarts Melodien artikulieren sich in neuen Sprachen - oder mit Akzent.
Eine grotesk-humorvolle, musikalisch dichte und zugleich hochpolitische Auseinandersetzung – und eine Liebeserklärung an Mozart als transkulturellen Künstler im permanenten Remix.
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