Der 2018 verstorbene Mac Miller

Der 2018 verstorbene Mac Miller © Christian Weber

2018 verstarb der amerikanische Rapper Mac Miller an einer Überdosis. Nun veröffentlicht seine Familie das posthume Album "Circles", an dem Miller vor seinem Tod gearbeitet hat.

Die Nachricht über seinen Tod am 7. September 2018 erschütterte die ganze Rapwelt. Mac Miller galt als einer der vielversprechendsten Künstler der Szene. Im Laufe seiner Karriere schaffte er es sich vom "Bro Rap"-Ruf seines Debütalbums "Blue Slide Park" zu distanzieren und sich durch seinen von Jazz und R&B beeinflussten Stil großen Respekt in der Szene zu ergattern.

Alben wie "Watching Movies With The Sound Off", "GO:OD AM", "The Divine Feminine" und "Swimming" bewiesen, dass der aus Pitsburgh stammende Rapper musikalisches Feingefühl besaß und tiefsinnige Themen aufgreifen konnte.

Unerwarteter Tod

Das letzte Album "Swimming" gilt als bestes Album seiner Diskographie. Mac Miller, dessen Depressionen und Drogenprobleme kein Geheimnis waren, rappte in seinem letzten Album von Selbstakzeptanz und der Bewältigung seiner emotionalen Herausforderungen. Es war ein hoffnungsvolles Album und ließ Fans hoffen, er würde wieder auf den richtigen Pfad kommen.

Die Offenheit mit seinen Depressionen, sowie seine liebenswürdige und hedonistische Art boten Fans eine große Identifikationsfläche. Einen Monat nach der Veröffentlichung von "Swimming" verstarb Mac Miller im Alter von 26 Jahren an einer ungewollten Überdosis aus Fentanyl, Alkohol und Kokain. Trotz seines allbekannten Drogenkonsums kam diese Nachricht überraschend. 

Ein Überraschungstalent, das sich über die Zeit zeigte

Mac Miller, ein Autodidaktiker, beherrschte schon im Alter von 6 Jahren das Klavier, die Gitarre, den Bass und das Schlagzeug. Sein Debütalbum wurde er in der HipHop Szene eher belächelt. Die Beats klangen banal, die Texte hatten keine Tiefe. Man hatte den Eindruck er würde mit Snapback, Sneakern und krassen Texten versuchen HipHop zu imitieren. 

Sein wahres musikalisches Talent und sein Verständnis für den HipHop demonstrierte er später. Die Texte wurden tiefsinniger, intimer; er zeigte sich von einer introspektiven Seite. Jazz-Grooves und R&B Einflüsse führten dazu, dass er seinen eigenen Stil entwickelte und immer mehr Anerkennung gewann. So konnte er für sein Album "The Divine Feminine" Features mit reputablen Künstlern wie Kendrick Lamar, Anderson .Paak und Cee Lo Green ergattern. Mac Miller blieb seinen Kollegen und Fans als stets positiver und warmer Mensch in Erinnerung, der es trotz seinen Problemen schaffte, die Leute um sich herum in gute Stimmung zu bringen.

Das neue Album

Am 9. Januar kündigte Mac Millers Familie das posthume Album "Cirlces" über seinen Instagram Account an. Er solle vor seinem Tod zusammen mit dem Produzenten Jon Brion an diesem Album gearbeitet haben und es als komplementäres Werk zu "Swimming" konzipiert haben. Nach seinem Tod hat seine Familie Brion damit anvertraut das Album zu fertigzustellen. Am Freitag den 17. Januar 2020 wird es erscheinen.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Circles. January 17.

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Kontroverse Entscheidung

Die Veröffentlichung posthumer Alben ist in den USA gerade ein heikles Thema. So baten schon posthume Werke von verstorbenen Rappern wie Lil Peep und XXX Tentacion Raum für Diskussion. Gegenüber Plattenfirmen wird häufig der Vorwurf erhoben, aus dem Tod ihrer Klienten Profit schlagen zu wollen und ein zusammengestückeltes Werk zu veröffentlichen.

Ob dies bei Mac Millers posthumem Album ebenso der Fall ist, wird sich in Kürze zeigen. Seine Familie begründete ihre Entscheidung damit, dass es ihm wichtig war, dass die Welt seine Musik hört. Die Fans und Hip-Hop Welt haben diese Nachricht auf jeden Fall erfreut aufgenommen.

Einen ersten Vorgeschmack auf das posthume Album liefert die neu erschienene Single "Good News".

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