Neil Peart war auch für seine riesigen Drumkits bekannt

Neil Peart war auch für seine riesigen Drumkits bekannt © Andrew MacNaughtan via Warner

Am 7. Januar verstarb Schlagzeuglegende Neil Peart. Der Drummer der Progressive-Rock-Band Rush wurde 67 Jahre alt. Die Todesursache war ein Hirntumor, an dem Peart seit mehreren Jahren litt.

Es ist nicht wirklich überraschend, dass der Öffentlichkeit nichts von Neil Pearts Hirntumor bekannt war, schließlich waren Rush stets eine Band, die kein großes Aufhebens um die Menschen hinter der Musik gemacht hat.

Das war sicherlich einer der Gründe, wieso das kanadische Trio und auch insbesondere Peart stets so sympathisch und auf dem Boden geblieben wirkte.

Als Schlagzeuger unerreicht

Neil Peart galt als einer der technisch besten, innovativsten und im Rockbereich auch einflussreichsten Schlagzeuger überhaupt. Diesen Ruf hatte er sich einerseits durch sein gleichermaßen komplexes wie songdienliches Spiel, andererseits aber auch durch seine legendären Schlagzeugsoli erarbeitet, die auf den Livealben von Rush stets wie eigene Songs wirkten.

Peart hatte bereits 2015 seinen Ausstieg aus der Band verkündet, der offizielle Grund war, dass er mehr Zeit für seine Familie haben wollte. Danach lagen Rush quasi auf Eis, die endgültige Auflösung verkündeten Pearts Bandkollegen Alex Lifeson und Geddy Lee Anfang 2018. Neil Peart war seit 1974 Teil der Band und hatte außer dem Debültalbum "Rush" jedes ihrer Alben eingespielt.

Drummer und Texter

Rush-Fans werden Peart jedoch nicht nur wegen seiner außergewöhnlichen musikalischen Fähigkeiten gedenken. Jahrzehntelang hatte er auch sämtliche Texte der Band geschrieben und sich dabei den Ruf als einer der intelligentesten und eigenständigsten Texter der Szene erworben.

Für seine Fähigkeiten als Schreiber hatte Neil Peart noch ein weiteres Ventil: Seit den 90ern veröffentlichte er zahlreiche Sachbücher, von denen sich viele mit seinem Hobby Motorradfahren beschäftigten. Von diesen ist besonders "Ghost Rider" ein wirklich lohnenswertes Leseerlebnis.

Eindrucksvoll in Worte gefasst

Das liegt vor allem an den Tragödien, die die Ausgangslage des Buches bilden: Ende der 90er verstarben innerhalb von zehn Monaten zunächst Pearts 19-jährige Tochter und schließlich seine Ehefrau.

Rush waren im Anschluss daran inaktiv und Peart begab sich auf eine umfangreiche Motorradtour, um sich wieder zu finden, was in "Ghost Rider" extrem bewegend und lebensnah dargestellt ist.

Abschied

2009 wurde Peart erneut Vater einer Tochter, was sicherlich die Entscheidung beeinflusste, 2015 in den Ruhestand zu gehen.

Neil Peart hinterlässt ein musikalisches Erbe, das mit den wenigsten Musikern vergleichbar ist und er war als Schlagzeuger genauso einflussreich wie es Rush insgesamt auch waren. Weiter unten findet ihr den Post, mit dem die verbliebenen Bandmitglieder Pearts Tod offiziell bekanntgaben.

Ruhe in Frieden, Neil.

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