The Who (live in Oberhausen, 2016)

The Who (live in Oberhausen, 2016) © Peter H. Bauer

Die letzen verbleibenden Mitglieder von The Who waren nie die besten Freunde. Das wurde in einem offenem und unsentimentalem Interview der beiden in der Rolling Stones nochmal deutlich. Dennoch, im Dezember kommt nach 13 Jahren erstmals ein neues Album und im Sommer 2020 folgt eine Tour.

Bei The Who gibt es momentan einiges an Bewegung: im Dezember erscheint ihr erstes Album seit 13 Jahren und im Sommer 2020 folgt dann ihre "Moving On! Tour", bislang aber nur im UK. Ob die Tour auch nach Deutschland kommt, ist bislang unklar.

Doch die Beziehung zwischen den überlebenden Mitgliedern Pete Townshend und Roger Daltrey scheint sich über die Jahre nicht verändert zu haben, wie aktuelle Interviews mit den Musikern verdeutlichen.

Getrennt vereint

Es ist allgemein bekannt, dass die letzten verbleibenden Mitglieder der legendären Band nicht unbedingt beste Freunde sind, aber sie rauften sich immerhin für ein neues Album zusammen – das sie getrennt aufnahmen. Außerdem führten beide getrennt von einander ein Interview mit dem Rolling Stone

Dem Rolling Stone sagte Townshend, er möge Daltrey mit allen seinen Exzentrizitäten, Schwächen, seiner Selbstbessenheit und seinem "Sänger-Ding" – wobei Daltrey versicherte diese Gefühle bassierten auf Gegenseitigkeit. Die Aussagen klingen aber mehr nach gegenseitiger Toleranz als tatsächlicher Freundschaft.

Zum Wohle aller

Pete Townshend Haltung zu der Band ist ein offenes Geheimnis. Der New York Times sagte er vor kurzem nur, er habe es nie gemocht mit der Band zu spielen und das habe sich bis heute nicht verändert.

Was ihn zurück auf die Bühne gebracht hätte, wäre das Wohl der Fans. Die Auftritte würden viele Leute glücklich machen und sie glaubten, er wäre glücklich dabei, wenn er spielte: "Es mag sein, dass es mir keinen Spaß macht, aber ich kann nicht sagen, dass es mir schwer fällt", erklärte er trocken.

Keine Sentimentalitäten

Doch nicht nur für seinen aktuellen Kollegen Daltrey hält Townshend wenig sentimentale Gefühle, auch bei seinen ehemaligen Kollegen sieht es ähnlich aus. Auf die Frage der Rolling Stone, ob er seine verstorbenen Band-Kollegen Keith Moon und John Entwistle vermisse, erwiederte Townshend nur: "Gott sei Dank sind sie nicht mehr hier".

Es sei verdammt schwierig gewesen mit ihnen zu spielen. Seiner Meinung nach sei es seine musikalische Disziplin und seine musikalische Effizienz, die die Band zusammengehalten hätten. Damit hat er vermutich nicht einmal Unrecht, aber die Krassheit der Aussagen überrascht dennoch.

"Eine verdammte Zeitverschwendung"

Townshend meinte dazu nur: "Wir sind keine Band mehr. Es gibt viele Leute, die es nicht mögen, wenn ich das sage, aber wir sind einfach kein verdammte Band. Sogar als wir es noch waren, saß ich da und dachte: "Das ist eine verdammte Zeitverschwendung'".

Doch am Ende des Interviews reflektierte Townshend nochmal nachdenklich auf seine Aussagen: "Manchmal höre ich mich Sachen sagen und denke dabei: 'Meine ich das wirklich oder spielt mir mein Mund nur einen Streich?".

Neues Album im Dezember

Ihr neues Album, dass am 6. Dezember erscheinen soll und den simplen Titel "Who" trägt, nahmen die Künstler konsequenterweise getrennt auf. Auch wenn Townshend meinte, er und Daltrey hätten sich dabei einmal im selben Gebäude aufgehalten.

Das Album soll außerdem den überaschend politischen Track "Street Song" enthalten, der sich mit dem Feuer im Grenfell Tower in London befasst, bei dem vor zwei Jahren 72 Menschen starben. Townshed hält das Album für das beste der Band seit "Quadrophenia" von 1973.

Update: Pete Townshend hat seine Aussagen inzwischen relativiert und näher erläutert.

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