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The Prodigy © FKP Scorpio

Am 11. und 12. August 2018 wird der Flughafen bei Hildesheim wieder zur Spielwiese von Goths, Metalheads, Deathrockern, Cybers und vielen weiteren. Als musikalische Headliner sind The Prodigy, Eisbrecher, Peter Heppner, Front 242, In Extremo und Ministry dabei.

Am 11. und 12. August 2018 ist es wieder soweit. Dann trifft sich die Schwarze Szene im niedersächsischen Hildesheim, um ihr sehr spezielles Sommerfest zu feiern: das M'era Luna.

Das Line-up verspricht alle Facetten musikalischer Schwärze auszuleuchten, auf dass sie beim zweiten Blick wesentlich bunter wirkt, als sich so manch Unkundiger vorher ausmalt.

Hochkarätiges Aufgebot

Im Wesentlichen liest sich das Line-up wie ein "Who is Who" aus Gothic, Wave, Industrial und Neuer Deutscher Härte, aber auch Freunde der Folk/Mittelalterszene kommen bei In Extremo und Saltatio Mortis auf ihre Kosten.

Dass gerade einer der Headliner, The Prodigy, aus der üblichen Genre-Melange heraussticht, verwundert auf den ersten Blick. Allerdings haben die britischen "Firestarter" in ihrer Karriere mit so vielen Stilen elektronischer Musik um sich geschmissen, dass ihr Auftritt auf dem M'era Luna doch außerordentlich stimmig ist. Ihr Big Beat, der Industrial und Techno sehr nahe steht, ist seit Jahren auch in Alternative- und Gothic-Clubs zu hören.

Deutsche Poesie

In eine andere Kerbe, aber nicht minder kraftvoll, schlagen Eisbrecher. Die Mitbegründer der Neuen Deutschen Härte haben sich seit Jahrzehnten einen festen Platz in den hohen Rängen von Metal- und Gothic-Szene etabliert. Mit verspielten Synthies, klarem, beinahe melodielosem Gesang, harten Gitarren und schnellen Rhythmen brechen die fünf Matrosen jedes emotionale Packeis: eine Aggressionstherapie, die seit Jahren Lust auf mehr macht. 2017 landete ihr neuestes Album "Sturmfahrt" in den Musikläden an.

Was haben Joachim Witt, Nena, Wolfsheim, Goethes Erben, Umbra et Imago und einige weitere gemeinsam? Die Zusammenarbeit mit Peter Heppner. Als Produzent und Musiker hat er ohne feste Bandbesetzung im Rücken oder Genrefundament unter den Füßen seinen Namen in eine Marke verwandelt, die sowohl in der Szene, als auch im Mainstream Anklang fand.

Seine Markenzeichen sind ein unverwechselbares Timbre und eine Vorliebe für traurige doch zugleich hoffnungsvolle Lieder mit getragener Synthesizeruntermalung. Seine wohl bekanntesten Stücke sind "Die Flut" und "Wir sind wir".

Alte und neue Größen

Altmeister-Ministry beehren das M'era Luna. Seit den 80ern definieren sie sich zwischen EBM, Industrial und Metal mit klarer Meinung zur aktuellen Politik und satirischen Samples. Ihr neuestes Werk "AmeriKKKant" spricht für sich. Auch musikalisch haben sie sich ihre Ecken und Kanten nicht nehmen lassen.

M'era-Luna-Veteranen Subway to Sally werden dieses Jahr nicht auf dem Festival spielen, was Eric Fish, Simon Michael, Bodenski und Ingo Hampf jedoch nicht davon abhält den Hildesheimer Flughafen mit ihrer Musik zu füllen. Zusammen mit Sängerin Johanna Krins vom Folktrio Delva gründeten sie letztes Jahr Bannkreis, eine düster-romantische Wucht aus Celtic Folk und Rock mit eigenem Charme und daher so viel mehr als ein Subway-To-Sally-Ableger.

Ästhetisch völlig anders sind Welle:Erdball. Die Gruppe mimt einen fiktiven Radiosender, aus dem sie ihre elektronische Tanzmusik in den Äther blasen. Das kuriose Programm wird knallhart durchgezogen. Mit Kleidern und Anzügen der Swing-Ära sowie einem Commodore64 als "Instrument" singen sie über Technikbegeisterung und -Wahn aber auch gänzlich anderes, völlig abgedrehtes Zeug. Ihre Alben heißen Sendungen und wenn man sie live hören kann, dann deshalb, weil sie "on air" sind.

Mehr als Musik

Das M'era Luna mag zwar vordergründig aus Konzerten, Zeltplatzparties und unvergesslichen Abenden am Lagerfeuer bestehen, doch bietet es neben der Kernkompetenz eines sommerlichen Musikevents unter freiem Himmel viel mehr.

Jedes Jahr wird das Flughafengelände von Hildesheim-Drispenstedt zur Großraumdisco, Shoppingmeile und zum Szenetreffen und Schaulaufen. Namhafte Designer der Szene präsentieren ihre ausgefallenen Kollektionen. Manche der Marken sind ausschließlich auf Events wie dem M'era Luna zu bekommen.

Extravaganz

Zudem gibt es Workshops, Lesungen, eine Catwalk-Show voll bizarrer Erotik und träumerischen Kreationen sowie einen mittelalterlichen Markt mit Vorführungen abenteuerlicher Feuerspucker. Das Rahmenprogramm findet traditionsgemäß zum Teil schon einen Tag vor den ersten Konzerten statt.

Doch eine der größten Sensationen ist jedes Jahr das Publikum selbst. Szenetypisch werden Kostüme und Outfits herausgeputzt und gestylt, Accessoires mit LEDs bestückt und Körper kunstvoll geschminkt. Auch gigantische Installationen können bestaunt werden. So tauchten 2017 plötzlich abstruse Gefährte im Steampunkdesign auf, die den Gehirnen Jules Vernes oder H. G. Wells' entsprungen sein könnten.

Das komplette Line-Up

The Prodigy / Eisbrecher / Front 242 / In Extremo / Ministry / Saltatio Mortis / Apoptygma Berzerk / Peter Heppner / L'Âme Immortelle / London After Midnight / Lord Of The Lost / Hocico / The 69 Eyes / Atari Teenage Riot / In Strict Confidence / Rotersand / Nachtmahr / Tanzwut / Lacrimas Profundere / Zeraphine / Bannkreis / Welle:Erdball / Aesthetic Perfection / Die Kammer / Clan Of Xymox / Das Ich / Rabia Sorda / Frozen Plasma / Merciful Nuns / Heimatærde / Torul / Erdling / Eisfabrik / FabrikC / Massive Ego / Cephalgy / Schattenmann / Whispering Sons / Too Dead To Die

M'era Luna 2018

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