Decapitated (Pressebild, 2017)

Decapitated (Pressebild, 2017) © Decapitated

Die polnischen Bandmitglieder von Decapitated werden der Entführung mit anschließender Gruppenvergewaltigung bezichtigt und sitzen daher in den USA im Gefängnis. Ihre Tour durch Deutschland im Oktober ist noch nicht abgesagt, aber wohl fraglich.

Eine schockierende Nachricht ereilte die Metal-Szene in den vergangenen Tagen: Der polnischen Band Decapitated wird vorgeworfen nach ihrem Auftritt in Spokane, Washington in der Nacht zum 1. September, eine Frau festgehalten und im Badezimmer des Tourbusses gemeinsam vergewaltigt zu haben.

Die Band wurde festgenommen und wartet im Gefängnis in Los Angeles auf die Überführung nach Spokane. Zusätzlich zu den Vergewaltigungsvorwürfen besteht auch der Verdacht auf Entführung.

Rede und Gegenrede

Nach Schilderung der beiden Frauen seien sie von der Band in den Bus eingeladen worden. Dort habe die Band eine der beiden Frauen nacheinander vergewaltigt, während die Freundin die Vergewaltigung beobachtete. Die später verständigte Polizei fand den Bandbus nicht mehr vor, der die Stadt bereits verlassen hatte.

Die Band streitet die Vorwürfe ab: Die Frau sei mit einer Freundin freiwillig in den Bus gestiegen und habe die Musiker anschließend im Guten verabschiedet. Davon ist auch Bandanwalt Steve Graham überzeugt, der für die Unschuld der Band plädiert und zum Beweis Zeugen heranführen will, die mit ihren Beobachtungen diese Version der Geschichte bestätigen.

Unklare Zukunft

Im Oktober sollte die Band mit ihrer "Anticult"-Tour auch nach Deutschland kommen. Update: Die Tour ist inzwischen abgesagt!

Die Vorwürfe erscheinen jedenfalls außerordentlich schwerwiegend zu sein. Falls sie sich bewahrheiten, droht der Band oder einzelnen Mitgliedern eine langjährige Haftstrafe. Wir halten euch auf jeden Fall auf dem Laufenden!

Update [8.1.2018]: Die Anklagen gegen die Band wurden noch vor dem eigentlichen Verfahren fallen gelassen; Decapitated können nun also wieder in ihr Heimatland Polen zurückreisen. In einem Facebook-Posting spricht die Band davon, dass neues Beweismaterial ihre Unschuld bestätige.

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