Heidelberger Herbst (Pressefoto, 2014)

Heidelberger Herbst (Pressefoto, 2014) © Heidelberg Event

Heidelberger Event GmbH, Polizei und Feuerwehr haben beschlossen, die vielseitige Veranstaltung Herbstzeitlose nicht mehr im Rahmen des Heidelberger Herbst stattfinden zu lassen. Im Internet regt sich Kritik an der Entscheidung, u.a. durch eine Online-Petition.

Seit vier Jahren ist die Veranstaltung Herbstzeitlose ein Highlight im Rahmen des Heidelberger Herbstes. Auf dem Friedrich-Ebert-Platz in der Innenstadt wurde jedes Jahr ein vielseitiges Programm geboten. Tagsüber gab es einen Designmarkt und Poetry Slams, abends folgte ein DJ-Programm mit elektronischer Musik.

Sicherheitsbedenken

Damit soll nun Schluss sein. Laut Geschäftsführerin der Heidelberger Event GmbH, Vera Cornelius, ist man in Übereinkunft mit Polizei und Feuerwehr zu dem Schluss gekommen, dass die Sicherheitslage durch die jährlich zunehmende Anzahl an Teilnehmern auf dem Friedrich-Ebert-Platz nicht mehr zu verantworten sei.

Als Hauptargument nennt Cornelius die während der Veranstaltung durch "vorwiegend junge Menschen" blockierten Rettungswege über die Plöck. Zudem sei die Veranstaltung inzwischen schlichtweg zu groß für den Platz. Von Seiten der Behörden werde nach alternativen Veranstaltungsplätzen gesucht.

Privat vorfinanzierte Veranstaltung

Dann würde die Veranstaltung nicht mehr dieselbe sein, so Patrick Forgacs, einer der Organisatoren. Zudem gäbe es im Rahmen des Heidelberger Herbstes kaum noch alternative Veranstaltungen neben den üblichen Pop- und Rockevents für junge Menschen in der Innenstadt.

Die Organisatoren der Herbstzeitlose haben die gesamte Veranstaltung im Vorfeld aus privaten Mitteln ohne jegliche kommerzielle Beteiligung auf die Beine gestellt – mit dem Ziel den Besuchern des Heidelberger Herbsts eine "kreative Oase" zu bieten.

Online-Petition für den Erhalt

Mittlerweile gibt es auch eine Online-Petition, die das Ziel verfolgt, genügend Unterschriften zu sammeln um die Verantwortlichen zu einem Umdenken anzuregen. Nach wenigen Stunden kann die Petition bereits mehr als 500 Unterzeichner, darunter mehr als 300 in Heidelberg. Auch auf Facebook regt sich Widerstand. Zahlreiche Kommentatoren vertreten die Auffassung, dass eine der lohnenswertesten Veranstaltungen des Heidelberger Herbstes verloren gehe.

Zudem kritisieren sie die Begründung der Absage. Die verwinkelte und enge Heidelberger Innenstadt, sei angesichts der 100.000 Besuchern beim Heidelberger Herbst stets überfüllt und verstopft – eigentlich müssten also an zahlreichen Orten Sicherheitsbedenken bestehen. Ist die Zufahrt zu anderen Plätzen in der Innenstadt wirklich weniger problematisch? Merkwürdig ist auch die Aussage, dass "vornehmlich junge Menschen" die Plöck blockierten. Spielt das Alter in diesem Zusammenhang irgendeine Rolle?

Strengere Regeln nach der Love Parade

Nach der Katastrophe bei der Love Parade 2010 hat der Gesetzgeber strengere Regeln für Veranstaltungen erlassen, um eine Wiederholung zu vermeiden. An diese Regeln müssen sich natürlich auch die Organisatoren des Heidelberger Herbstes halten.

Es stellt sich allerdings die Frage, ob es kein anderes Mittel gegeben hätte, die Veranstaltung zu erhalten, beispielsweise in Form von Einlasskontrollen oder anderen Maßnahmen. Jedenfalls ist zu hoffen, dass die Entscheidung nicht das endgültige Aus für die Herbstzeitlose bedeutet.

Alles zum Thema:

heidelberger herbst

Das könnte Sie auch interessieren