Janina Klabes (2.v.r.) und ihr Team

Janina Klabes (2.v.r.) und ihr Team © Clustermanagement Musikwirtschaft

Im Rahmen eines Pressegesprächs am 30. Oktober 2012, zu dem auch regioactive.de geladen war, stellte Mannheims Clustermanagerin Janina Klabes einen "Halbzeitbericht" vor. Ebenfalls anwesend waren Christian Sommer, Geschäftsführer der mg:manheimer gründungszentren GmbH, und Sebastian Dresel, der Beauftragte für Kultur- und Kreativwirtschaften.

Überwiegend positiv fällt das Zwischenfazit des Clustermanagement Musikwirtschaft in Mannheim aus. Nachdem man vor wenigen Wochen das "Bergfest" der vierten Säule des "Mannheimer Modells" gefeiert hatte, wurde den Vertretern lokaler Medien nun der "Halbzeitbericht – Showcase 2010 bis 2012" vorgestellt, der das facettenreiche Wirken des Teams um Janina Klabes zusammenfasst.

Der Bericht, der hier als PDF-Datei verfügbar ist, soll in den kommenden Monaten auch als Akquise-Mittel dienen, um nach dem Ende des dreijährigen Förderzeitraums durch die EU und das Land Baden-Württemberg die Anschlussfinanzierung bis Ende 2016 sicherzustellen. Hierzu trägt die Stadt Mannheim mit 400.000€ (bisher 195.000€) den größten Teil bei, weitere 200.000€ müssen jedoch über Drittmittel aufgebracht werden.

Sicherstellung der künftigen Finanzierung ist Herausforderung

Christian Sommer, der dem Cluster-Team für den bisherigen Einsatz großen Dank aussprach, stellte klar, dass man sich die Drittmittel-Akquise ursprünglich einfacher vorgestellt habe, als sich die Situation aktuell darstelle. Dennoch herrsche überwiegend Zuversicht, dass durch die gezielte Ansprache ansässiger Wirtschaftsunternehmen oder ggfs. auch durch die Gründung eines Fördervereins die benötigten finanziellen Mittel aufgebracht werden könnten.

Sebastian Dresel ergänzte, dass das Thema "Musik- und Kreativwirtschaft in Mannheim" auf Seiten der Stadt generell sehr weit oben auf der Agenda stehe. Heute stelle niemand mehr das "Mannheimer Modell" mit seinen vier Säulen in Frage, das in dieser Form deutschlandweit nach wie vor einmalig sei.

Starke Außenwirkung

Die Vermittlung dieses regionalen Konzepts nach außen nahm und nimmt auch weiterhin einen großen Stellenwert in den Aufgabenbereichen des Clustermanagements ein. So finden sich im Halbzeitbericht viele Rückblicke auf Podiumsteilnahmen und Messeauftritte in anderen Städten und Metropolen. Das breitgefächerte Angebot an Seminaren lenkte den auswärtigen Blick ebenfalls mehrfach auf Mannheim.

Diese positive Außenwirkung strahle sowohl auf junge wie auch auf gestandene Unternehmen aus und mache Mannheim zu einem attraktiven Standort. Ungefähr fünfzehn Unternehmensansiedlungen habe sie in ihrer bisherigen Zeit begleiten können, so Klabes auf die Frage nach quantitativ zu beziffernden Erfolgen seit dem Start des Clustermanagements Ende 2010.

Attraktives Umfeld schaffen

Alle Verantwortlichen stimmten jedoch darüber ein, dass quantitative Messungen in einem Bereich wie der Musikwirtschaft sehr schwer fielen. Das vorhandene Budget sei für konkrete Aktionen sinnvoller zu verwenden, als zur Finanzierung beispielsweise einer Studie, die hierzu möglicherweise ebenfalls nur zu unzureichenden Ergebnissen kommen würde.

Unterstrichen werden deshalb lieber die konkreten Aushängeschilder der Mannheimer Szene, an denen sich auch das Clustermanagement aktiv beteiligt:

Von der Unterstützung des Maifeld Derbys, das dazu beitragen soll, Mannheim auch als Festivalstandort zu etablieren bis hin zum maßgeblichen Vorantreiben der Gründung des Vereins "Eventkultur Rhein-Neckar", der die Interessen der Clubbesitzer bzw. Veranstalter gegenüber Entscheidungsträgern in Politik und Verwaltung vertreten soll – das Clustermanagement Musikwirtschaft ist an einer vielfältigen Projektlandschaft beteiligt.

Das Team hat noch viel vor

Janina Klabes ließ gleichzeitig keinen Zweifel daran, dass viele Baustellen noch offen sind. Als Beispiel nannte sie, dass es unbefriedigend sei, dass Mannheim nach wie vor unter einem Spielstätten-Problem leide: Zu wenige Locations der richtigen Größe sind in der Quadratestadt vorhanden.

Doch der Optimismus überwiegt. Sollte sich das Clustermanagement weiterhin bewähren, dann bleibe es auch ein wichtiges Standbein der hiesigen Kreativszene über das Jahr 2016 hinaus – so die einhellige Meinung der Gastgeber des Pressegesprächs.

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