jüdische Stimmung der Gegenwart | Lesereihe | von Rebecca Maria Salentin | eine Veranstaltung des Neuen Schauspiels Leipzig Der russisch-jüdische Erzähler in Boris Schumatskys neuem Roman Die Seine fließt ins Schwarze Meer lebt in Berlin, seine kranke Mutter kann er nicht mehr in Moskau besuchen, da ihm dort die Verhaftung droht. So bleiben ihm nur Telefonate mit ihrer immer leiser werdenden Stimme, Erinnerungen an ein Aufwachsen in einer gewaltvollen Diktatur und die unzähligen Geheimnisse, die am Küchentisch der Eltern erzählt wurden. Vor allem von der umtriebigen Natalia, die in Paris einst Concierge in dem Hotel war, in dem Paul Celan wohnte, und die über Celans Leben und Lieben mehr zu berichten hat, als die Forschung weiß. Überzeugend verbindet Schumatsky seine politische Verzweiflung über Russlands Krieg gegen die Ukraine und den Antisemitismus vor seiner Haustür mit Kindheitsbildern und einer persönlichen Lesart von Celans Leben, Schreiben und Tod. Im Rahmen von TACHELES – Jahr der Jüdischen Kultur in Sachsen 2026 startet die Lesereihe Balagan – jüdische Stimmen der Gegenwart, konzipiert und moderiert von Rebecca Maria Salentin. Balagan bedeutet Chaos, Wirrwarr, ein „einmal alles, bitte“. Genau so fühlt sich diese Lesereihe an: ein lockeres, lebendiges Zusammensein, bei dem Literatur, Gespräche, Lachen und unterschiedliche Perspektiven geteilt werden. Euch erwarten offene Gespräche über Schreiben und Gegenwart, mal mit, mal ohne expliziten Fokus auf jüdische Themen, immer sensibel moderiert und ohne feste Vorgaben, wohin der Abend führen muss. Der Roman ist 2026 im Residenz Verlag erschienen.
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