Steve Reich: Six Pianos

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Steve Reich: Six Pianos, Köln

Apr.
7
2021
Mittwoch, 7. April 2021, 20:00 Uhr
Kölner Philharmonie, Bischofsgartenstraße 1, 50667 Köln

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Entwickelt wurde das Projekt »Six Pianos« erstmals 2016 für das Festival »ACHT BRÜCKEN | Musik
für Köln« vom Kölner Label Kompakt unter der künstlerischen Leitung von Gregor Schwellenbach.
Das Konzertprogramm umfasst die werktreue Aufführung von »Six Pianos« von Steve Reich durch
ein eigens hierfür zusammengestelltes Ensemble renommierter deutscher und internationaler
Pianisten sowie - zu Beginn des Abends - ausgewählte Eigenkompositionen, die von den beteiligten
Pianisten für eine jeweils unterschiedliche Anzahl von Mitspielern konzipiert bzw. komponiert wurden.
»Six Pianos« wurde bislang in der Kölner Philharmonie, der Bundeskunsthalle Bonn, dem RBB
Funkhaus in Berlin, der Hamburger Elbphilharmonie sowie dem Teatra Nams "Juras Varti" in
Ventspils, Lettland aufgeführt. Alle Konzerte waren ausverkauft.

Das namesgebende und damit zentrale Stück des Abends, »Six Pianos« von Steve Reich, komponiert
im März 1973, war ursprünglich für alle verfügbaren Pianos eines New Yorker Klaviergeschäfts
konzipiert worden, doch war der daraus resultierende Klang für Reich angeblich zu dicht. Daher
beschränkte er sich auf sechs Klaviere, die in gutem Hörkontakt zueinander stehen.
»Six Pianos« folgt mit seinen typischen Strukturen der sogenannten Minimal Music einer kurzen,
rhythmisch-melodischen Figur und durchläuft dabei eine Reihe von Wiederholungen und
Variationen, wobei die Musiker teils synchron, teils um einige Takte versetzt spielen - das sogenannte
»Phasing«, eine für Reich typische Kompositionstechnik. Das einzelne Spiel geht auf in einer Art
musikalischem Mandala, das den Hörer mit einer meditativen Spannung auflädt.
Alle sechs Solisten, Gregor Schwellenbach, John Kameel Farah, Erol Sarp, Daniel Brandt, Paul Frick
und Kai Schumacher, sind einer neuen Generation von Pianisten zugehörig, die sowohl klassisch
ausgebildet sind, als auch einen ganz selbstverständlichen Umgang mit zeitgenössischer Pop- und
Clubmusik pflegen - und die sich alle u.a. auf Steve Reich als einen zentralen Einfluß auf ihr Schaffen
berufen.

2017 erschien auf dem Berliner Label FILM eine Aufnahme von »Six Pianos« in der
Originalbesetzung Schwellenbach/Frick/Brandt/Sarp/Farah/Hauschka auf Vinyl/CD/Digital, ergänzt
um Terry Rileys "Keyboard Study #1" auf der B-Seite.

Ein Projekt von:

Gregor Schwellenbach

Als Musiker an zwölf verschiedenen Instrumenten ist Gregor Schwellenbach meistens unterwegs,
in verschiedenen Szenen von Pop bis zu Neuer Musik und zurück. Seine Kompositionen sind in
Film und Fernsehen so gefragt wie in Theatern im ganzen Land.

Mit allen subkulturellen Wassern gewaschen und getarnt als genialer Dilettant zieht er im
richtigen Moment allerdings doch gerne die Karte des an der Hochschule erlernten, klassischen
Kompositionshandwerks. Des Weiteren hat er Elektronik für Performance-Spektakel
programmiert, Werbemusik dirigiert, Hörspiele produziert und eine Oper über Zucker
geschrieben. Seine Lust an subversiver Konzeptionalität, sein gnadenloser Spieltrieb und sein Mut
zur eingängigen Melodie verbinden ihn mit der Musik des Kölner Labels Kompakt, deren vormals
rein elektronische Tanzflur-Kracher er mit Bleistift in Partituren festgehalten und zu
herzzerreißenden, polyphonen Studien umgeformt hat.

John Kameel Farah

John Kameel Farah führt seine Musik meist unter simultaner Verwendung von Klavier, Computer,
Synthesizern und Elektronik auf. Seine Stücke sind Hybride aus Improvisation, Komposition und
elektronischer Musik - beeinflusst durch Elemente früher und barocker Tastenmusik, Musik aus
dem Nahen Osten, elektronischer Tanzmusik und elektro-akustischen Klängen.

Erol Sarp (Grandbrothers)

Die Grandbrothers machen kontemporäre Klaviermusik, die sehr von den experimentellen
Größen des Genres, aber auch von neuer, elektronischer Musik geprägt ist, und stehen für eine
erstaunliche Verbindung Analogem und Digitalem. Sie schaffen es, dass sich ein Flügel wieder
aufregend und abenteuerlich anhört.

Daniel Brandt / Paul Frick (Brandt Brauer Frick)

Brandt Brauer Frick ist ein Techno-Projekt aus Berlin. Die Basis des Projekts bilden Klänge aus
dem Instrumentarium der klassischen Musik, welche anfangs gesampelt, später in einem
zehnköpfigen Ensemble auch live aufgeführt werden. Daniel Brandt hat zwei Solo-Alben auf dem
renommierten Londoner Avantgarde-Label Erased Tapes (u.a. Ólafur Arnalds, Nils Frahm,
Kiasmos, Peter Broderick) veröffentlicht.

Paul Frick studierte Komposition bei Friedrich Goldmann an der Universität der Künste Berlin
und blieb dort bis 2008 als Meisterschüler. Paul Frick ist außerdem Produzent, DJ und Remixer
und mit dem Berliner Label »Neue Meister« verbunden.

Kai Schuhmacher

Kai Schumacher nutzt seine klassische Ausbildung an der Folkwang-Hochschule Essen, um das
scheinbar Unvereinbare zu vereinen: Der „Punk-Pianist“ (BR-Klassik) verwischt in seinen
Konzerten die Grenzen von klassischer Avantgarde und Popkultur, ohne dabei in ausgetretenen
Crossover-Pfaden steckenzubleiben. Ein Schwerpunkt in Schumachers Solo-Repertoire liegt
dabei auf der amerikanischen Klaviermusik des späten 20. und des 21.Jahrhunderts. Mit „Beauty
in simplicity“ (Neue Meister) veröffentlichte Schumacher 2017 sein Solo-Debüt mit
Originalkompositionen und eigene Bearbeitungen für Klavier und „enhanced piano“zwischen
Meditation und Manie. In Werken aus drei Jahrhunderten von Erik Satie, Steve Reich oder Moderat trifft Minimal Music auf ihre ästhetischen Wegbereiter und Epigonen aus Ambient,
Techno und Postrock.

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