Der Tenor Jens Zumbült, und die Pianistin Barbara Šoic möchten ihr Publikum mit ihrem Liederabend mitnehmen auf eine Reise durch das Europa der Romantik. Reisen – das klingt nach Aufbruch, Sehnsucht und Hoffnung, irgendwo anders zu sein, und vielleicht auch danach, ein wenig mehr bei sich selbst anzukommen. Doch wer sich wirklich auf den Weg macht, merkt schnell: Die längste Strecke führt nicht über Landkarten, sondern durch das eigene Innere.
Das Liedprogramm folgt genau dieser Spur. Im Zentrum steht Robert Schumanns Liederkreis op. 39 nach Joseph von Eichendorff – ein Zyklus, in dem das Wandern zur Seelenbewegung wird. Hier begegnen wir keiner geradlinigen Route, sondern einem Flirren aus Erinnerung, Traum und Gegenwart. Zeit scheint stillzustehen und zugleich zu drängen, Landschaften beginnen zu sprechen, und hinter jedem Bild öffnet sich ein neuer innerer Raum.
Die anderen Lieder des Abends, von verschiedenen Komponisten der europäischen Romantik, umkreisen dieses Zentrum wie verschiedene Blickwinkel auf dasselbe Geheimnis: Schuberts unaufhaltsamer Drang vorwärts, Wolfs feinsinnige Beobachtungen zwischen Aufbruch und Heimweh, Vaughan Williams’ selbstbewusster Wanderer auf offener Straße (Songs of Travel), Faurés schwebende, beinahe entrückte Klangwelten. Sie alle erzählen vom Unterwegssein – mal mit festem Schritt, mal im Traum, mal zwischen beidem. Und vielleicht zeigt sich dabei: Die eigentliche Reise beginnt dort, wo wir für einen Moment innehalten.
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