Echos der Trauer, der Wiedergeburt und des Geheimnisvollen in Anrufungen und Dialogen der antiken Griechin Sappho, der RenaissanceDichterin Gaspara Stampa und der zeitgenössischen Komponistin Francesca Gaza
Drei Tage lange haben die alten Griechen in der Stadt Amyklai auf dem Peloponnes alljährlich ein Fest zu Ehren des Hyakinthos gefeiert – jenes Geliebten des Apoll, der auf tragische Weise getötet und dann in Gestalt einer Blume wieder zum Leben erweckt wurde. Die archaischen Riten dieser Hyakinthien handeln von der Trauer, der Wiedergeburt und dem Geheimnisvollen. Sie bieten für das Ensemble Hourglass den Rahmen, vielschichtige, zeitübergreifende Anrufungen und Dialoge zwischen drei Künstlerinnen zu erkunden. Denn die Hyazinthe als starkes Symbol der Wiedergeburt taucht als Kernmotiv in einem Fragment der antiken griechischen Lyrikerin Sappho auf, das im 16. Jahrhundert durch die Renaissance- Dichterin Gaspara Stampa überarbeitet wurde. Deren Vertonung ging verloren; in der Neukomposition der 1995 geborenen Francesca Gaza für Gesang, Spinettina und Renaissance- Travers flötenensemble erhält sie aber eine neue Stimme. Hourglass schlüpft dabei in die Rolle eines antiken griechischen Chores. Er kommentiert das Fest durch polyphone Vokal- und Tanzmusik aus Stampas Lebenszeit mit kunstvollen Verzierungen über hauchzarten polyphonen Linien und der rhythmischen Kraft selten zu hörender venezianischer Tänze.
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