Zum ersten Mal in Hannover: Apparat ist ein Berliner Blechblasensemble für zeitgenössische Musik, zuletzt zu Gast bei ECLAT, Ultraschall, den Dark Music Days Reykjavík und der MaerzMusik.
Alle drei Werke tragen eine Landschaft im Titel. Stefan Beyer komponierte „Flur“ im Künstlerhof Schreyahn und zitiert aus einem Leipziger Jugendbuch von 1863, das von Lerchen, Schmetterlingen und wogender Saat schwärmt.
Michelle Lous Titel führt eine Schicht tiefer: Er stammt aus einer Totenklage des Dichters und Arztes Thomas Lovell Beddoes, der nach Beweisen für ein Fortleben des Geistes suchte. Apparat hat beide Stücke 2022 bei der Klangwerkstatt Berlin uraufgeführt und im November 2024 in der Villa Aurora in Pacific Palisades erstmals in den USA gespielt. Zwei Monate später brannte der Ort.
Phill Niblocks Rhein ist der Basler. Das Stück, ein Fixpunkt im Repertoire von Apparat, erinnert an den früh verstorbenen Basler Schlagzeuger Daniel Buess. Jeder Ton dauert mindestens eine Minute; die minimal gegeneinander verstimmten Linien erzeugen Schwebungen, die den stehenden Klang von innen bewegen.
Programm (ca. 60 min) Michelle Lou „Lie Beneath the Grass“ (2022) Phill Niblock „Exploratory, Rhine Version, Looking for Daniel“ (2019) Stefan Beyer „Flur“ (2022)
Ensemble Paul Hübner, Mathilde Conley Trompete Samuel Stoll Horn Weston Olencki Posaune Max Murray Tuba
Gefördert durch ein Schreyahn-Stipendium des Nds. Ministeriums für Wissenschaft und Kultur und die GEMA-Stiftung.
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