Tobias Werner ist einer der letzten echten Typen, die sich hier und da durch die Clubs des Landes mogeln. Aus den Wirren der Wendejahre destillierte er mit seiner damaligen Band AMBUSH einen düster kathartischen Soundtrack zur Parallelwelt des scheinbar normalen Lebens, kultivierte nach deren Ableben seinen schwarzen Humor in einem eigenwilligen Weird Folk Projekt namens HILTER (wie konnte er nur), um dann schließlich mit der HELGA BLOHM DYNASTIE zur Erleuchtung zu gelangen. Dort traf er auf Ronny Wunderwald, der als fahrender Trommler - ausgestattet mit einigem an Fame, gründend auf seine bisherigen Bands Garda und The Gentle Lurch - bei ihnen anheuerte. In Ihm fand er den perfekten Kompagnon, um seinen Solowerken das gewisse Etwas zu geben, denn beide teilen den selben Spirit im musikalischen Rangehen: Es geht nicht darum, einem Publikum gefallen zu müssen. Es geht um Haltung und Reinigung, um Selbsterkenntnis und Selbstverhexung. Ihre Stücke sind brüchig, zähfließend, irreführend, lose und manchmal verroht. Und sie sind liebevoll, detailreich und mit Sorgfalt in Ort und Zeit gesetzt. Ihr Sound steckt bis zur Hüfte in sumpfigem Blues, in uralten Liedern und zukünftigen Klängen. Zeilen tropfen manchmal so unverhofft inmitten wunderschöner Instrumentals, als würden sie aus einem Tagtraum aufgeschreckt. Oder wie Erkenntnis, die sich aus einem lysergenen Rausch schält, kurz die Oberfläche durchbricht und wieder verzweigt und überlagert wird. Als hätte es den Weg den diese Songs nehmen, gebraucht, um zu den jeweiligen Gedanken zu gelangen. Albinobrothers sind wie alter Whiskey, wie eine frisch geschliffene Klinge - ein erfahrener Rausch...
Erhalte Updates zu deinen Favoriten: neue Termine für Künstler bzw. Locations und Erinnerungen vor Events. Du kannst die Benachrichtigungseinstellungen in deiner Favoriten-Liste jederzeit ändern.