2. FinestClassics - Jerusalem Quartet

Konzert
20:00 Uhr
2. FinestClassics - Jerusalem Quartet

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Das Jerusalem Quartet gehört seit vielen Jahren zu den bedeutendsten Kammermusikensembles unserer Zeit. Mit seiner unverwechselbaren Klangkultur, außergewöhnlichen Präzision und emotionalen Intensität begeistert das Ensemble auf den großen internationalen Bühnen ebenso wie in den intimsten Momenten der Kammermusik. Gemeinsam mit der Pianistin Olga Zado gestaltet das Ensemble einen Konzertabend, der drei Meisterwerke unterschiedlicher Epochen miteinander verbindet und die ganze Ausdrucksvielfalt ...Mehr anzeigen der Kammermusik erlebbar macht.

Das Streichquartett gilt seit Joseph Haydn als die vielleicht persönlichste Form musikalischen Dialogs. Kaum eine andere Gattung vereint Transparenz, strukturelle Klarheit und emotionale Tiefe auf so unmittelbare Weise. Haydns Streichquartett op. 76 Nr. 5 in D-Dur zeigt den Komponisten auf dem Höhepunkt seiner Kunst: Zwischen Eleganz, Witz und berührender Innigkeit entfaltet sich eine Musik von zeitloser Leichtigkeit und subtiler Raffinesse.
Mit Sergej Prokofjews zweitem Streichquartett op. 92 eröffnet sich eine Klangwelt, die eng mit den historischen Umständen seiner Entstehung verbunden ist. Das Werk entstand 1941 während des Zweiten Weltkriegs im Kaukasus, wohin der Komponist vor den Kriegsereignissen evakuiert worden war. Dort begegnete Prokofjew der traditionellen Musik der Kabardiner und Balkaren, deren Melodien und Rhythmen ihn nachhaltig inspirierten. Aus dieser Begegnung entstand ein Werk von besonderer Wärme und Erdverbundenheit, in dem folkloristische Elemente mit Prokofjews charakteristischer Modernität verschmelzen. Hinter der lebendigen Rhythmik und den archaischen Klangfarben spürt man zugleich die Suche nach Menschlichkeit und kultureller Identität in einer Zeit großer Unsicherheit.

Im zweiten Teil des Abends begegnen sich die Musiker in Dmitri Schostakowitschs Klavierquintett op. 57, einem der eindrucksvollsten Kammermusikwerke des 20. Jahrhunderts. Zwischen strenger Form, melancholischer Tiefe und grotesker Schärfe entfaltet sich ein musikalischer Kosmos voller Spannungen und innerer Gegensätze. Besonders in der Verbindung von Klavier und Streichquartett entsteht eine außergewöhnliche klangliche Dichte, die Schostakowitschs persönliche Handschrift auf eindringliche Weise hörbar macht.
So entsteht ein Konzertabend voller Kontraste – zwischen Klassik und Moderne, Intimität und Dramatik, Licht und Dunkelheit.
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