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Drama | Regie: Helmut Käutner | 111 Minuten | FSK 12
Am Ende der Trümmerfilm-Reihe steht erstmals eine Filmproduktion, die in einer der westlichen Besatzungszonen entstanden ist, nämlich in Hamburg und Umgebung. Die traditionsreiche Hafen- und Hansestadt gehörte seit 1945 zum britischen Besatzungsgebiet. Die drei zuvor gezeigten Filme sind allesamt unter der Kontrolle der sowjetischen Besatzungsmacht im besetzten Berlin gedreht worden. Im Frühsommer 1946 erhielt Helmut Käutner (1908–1980) die Erlaubnis zur Umsetzung eines von ihm selbst stammenden Drehbuchs. Käutner, gebürtiger Düsseldorfer, hatte bereits als Schüler erste Schauspielerfahrungen gesammelt, nach dem Studium (u. a. an der Essener Folkwang-Schule) schrieb er auch Kritiken und trat als Kabarettist auf. 1935 wurde vom NS-Regime das weitere Auftreten von Käutners Kabarett-Ensemble verboten. Er behielt ein distanziertes Verhältnis zum Regime, musste aber, seitdem er 1939 auch als Film-Regisseur zu arbeiten begonnen hatte, Kompromisse machen. Dennoch durfte sein Debütfilm wegen allzu »probritischer« Tendenzen nicht gezeigt werden. Käutner versuchte fortan »unpolitisch« zu arbeiten, was ihm nicht vollständig gelang.
1945 hatte Käutner Berlin verlassen und war nach Hamburg gegangen, wo er bald wieder am Theater zu arbeiten begann. Er fand Kontakt zu zahlreichen ihm vertrauten Kolleginnen und Kollegen aus der Film- und Theaterwelt, die es ebenfalls nach Norddeutschland verschlagen hatte. Mit einigen von ihnen – darunter die damals erst 25-jährige, aus Prag stammende Winnie Markus (1921–2002) oder Werner Hinz (1903–1985), der sich bereits bei der UFA als Charakterdarsteller etabliert hatte – realisierte er sein erstes Nachkriegsfilmprojekt. In einer Nebenrolle ist aber auch Erwin Geschonnek (1906–2008) zu sehen. Der gebürtige Ostpreuße Geschonnek, überzeugter Kommunist, war seit 1939 in verschiedenen Konzentrationslagern gefangen gehalten worden. Am 3. Mai 1945 überlebte er knapp den Untergang der »Cap Arcona« ...Mehr anzeigen in der Lübecker Bucht; auf dem Schiff, das durch einen britischen Bombenangriff versenkt wurde, waren von der SS Tausende von Häftlingen zusammengepfercht worden. Geschonnek wurde später einer der bekanntesten Schauspieler in der DDR.
Der Film besteht aus sieben Episoden, die durch die teils dramatischen Besitzerwechsel eines Personenwagens (ein Opel Olympia, Baujahr 1936) miteinander verknüpft sind. Durch die Besitzerwechsel werden antisemitische Verfolgung, Widerstandsaktivitäten, Krieg sowie Flucht und Vertreibung thematisiert. Er hatte am 13. Juni 1947 Premiere in Hamburg.
Reihe: »Vom Propaganda- zum Aufklärungsinstrument? Trümmerfilme in Deutschland 1946«
Wir zeigen – 80 Jahre danach – Filme, die 1946 in die deutschen Kinos kamen oder produziert wurden. Allen Vorführungen geht eine (film-)historische Einführung voraus, im Anschluss besteht die Möglichkeit zum Austausch über das Gesehene.Weniger anzeigen