USA 1975 // 109 Min. / 16mm / OV / s/w Mit Ainslie Pryor, Curt McDowell, Virginia Giritlian, Kathleen Hohalek u.a. Die Geschichte der Krankenschwester Ginger (Ainslie Pryor) erzählt von einer Frau, die der Großstadt und ihrem nichtsnutzigen Mann den Rücken kehrt, um im ländlichen Oklahoma nach Glück und Leidenschaft zu suchen. Mit seinem schrägen Humor, der überdrehten Inszenierung und einer großen Portion Zärtlichkeit erweist sich der Film als eigenwilllige, queere Liebeserklärung an die Melodramen von Douglas Sirk und Vincente Minnelli. Grelles Make-up, liebevoll selbstgebaute Kulissen, ungewöhnliche Spezialeffekte und Dialoge voller Wortwitz und Anzüglichkeiten machen ihn zu einem einzigartigen Werk des amerikanischen Underground-Kinos. Bei uns im OFFKINO von 16mm projiziert! George Kuchar (1942–2011) drehte seit den 1950er Jahren gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Mike Kuchar DIY- Filme mit Freund_innen, improvisierten Requisiten und einer ungebremsten Begeisterung für Hollywood-Melodramen, Science-Fiction-B-Movies und große Gefühle. Dabei entstand kein unbeholfenes Amateurkino, sondern eine ganz eigene filmische Ausdrucksform, die in der aufkommenden Underground-Filmszene zusammen mit Werken von Andy Warhol, Kenneth Anger und Stan Brakhage aufgeführt wurde. „Die Kuchar-Brüder verstanden Camp nicht als ironische Pose, sondern als kreative Überlebensstrategie. Ihre Filme sind hysterisch, komisch, erotisch, traurig, künstlich und gleichzeitig seltsam aufrichtig. Sie lieben das Übertriebene, aber nie aus Distanz. Gerade darin liegt ihre Größe.“ Filmclub 813 John Waters übrigens – von dem wir diesen Monat auch einen weiteren Film zeigen – bezeichnet George Kuchar als seinen Lieblingsregisseur und wurde maßgeblich von seinen Filmen beeinflusst. (Textverantwortlich: KE)
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