Psychoanalytiker stellen Filme vor: "Wir sind dann wohl die Angehörigen"

Kino
19:30 Uhr
Psychoanalytiker stellen Filme vor: "Wir sind dann wohl die Angehörigen"
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In der Reihe "Psychoanalytiker stellen Filme vor" geht es diesmal um einen realen Kriminalfall: Wie gingen die Angehörigen von Jan Philipp Reemtsma mit seiner Entführung um? Und mit den taktischen Verzögerungsmaßnahmen der Polizei?

WIR SIND DANN WOHL DIE ANGEHÖRIGEN

DEU 2022. R: Hans-Christian Schmid. D: Claude Heinrich, Adina Vetter, Justus von Dohnányi, Hans Löw. 118 Min. FSK: 12

25. März 1996: Jan Philipp Reemtsma wird entführt. Ein Erpresserbrief und eine scharfe Handgranate am Tatort lassen keinen Zweifel am Ernst der Lage. Ehefrau Ann Kathrin und der 13-jährige Sohn Johann nehmen es tapfer hin, dass ihr Heim zur Einsatzzentrale der Polizei wird und zwei Angehörigenbetreuer nicht mehr von ihrer Seite weichen. Doch eine erste Lösegeldübergabe scheitert, ein wochenlanger Nervenkrieg beginnt, in dem Johann und Ann Kathrin zu Spielbällen zwischen den Forderungen der Entführer und den taktischen Maßnahmen der Polizei werden.
Hans-Christian Schmid fokussiert seinen Film mit unsentimentaler Nüchternheit auf die Situation von Kind und Frau des Entführten: Passiv im Ausnahmezustand müssen sie in einem Zustand völliger Ungewissheit ausharren. „Einer der spektakulärsten deutschen Kriminalfälle – mal aus anderer Perspektive. (…) Durch den Blick von Frau und Sohn wird das Leid der Angehörigen spürbar.“ (filmstarts.de)

Referent: Michael Gingelmaier, Bruchsal
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