Frischluftkino: La Nacion clandestina

Kino
20:30 Uhr
Frischluftkino: La Nacion clandestina

Info

Jorge Sanjines, Bolivien 1989, 128 Min., OmU
Sprache: Spanisch/Aymara mit Deutschen Untertiteln

„La nacion clandestina“ heisst übersetzt „Die verborgene Nation“. Der bolivianische Filmemacher, der zu den bedeutendsten des Kontinents zählt, tönt damit an, dass es in einem Land wie Bolivien, dessen gesellschaftliches und politisches Leben seit Jahrhunderten von den Nachfahren spanischer Eroberer und deren Kultur geprägt wird, noch immer eine starke innere „Nation“ gibt, jene der Aymara-Indios. Sie wurden zwar unter die Gesetze, die Religion und die wirtschaftliche Ausbeutung der Eroberer genommen, haben aber die Jahrhunderte dank ihrer widerstandsfähigen eigenen Kultur erstaunlich gut überstanden. Sanjines stellt ihre Welt in den Mittelpunkt und gestaltet ein subtil gewobenes Bild, in dem Zeit und Raum sich zugunsten der inneren Beziehungen auflösen. Das bedingt eine Offenheit im Wahrnehmen, denn der Filmer bewegt sich frei zwischen Mythen und Realität, zwischen Vergangenheit und Gegenwart, entsprechend der Indio-Kultur, in der die Grenzen der Zeit fließend sind, der Zeitbegriff ein räumlicher ist. Das heißt, dass wir Handlung nicht in einem chronologischen Verlauf zu sehen bekommen, das Geschehen vielmehr über Bewegungen dargestellt ist. Sebastian, die Hauptfigur des Filmes, vom Dorf einst des Diebstahls beschuldigt und verstoßen, findet in der Stadt sein Glück nicht. Er wechselt den Namen, tauscht den Poncho gegen Jeans ein, verdient sich mit eigenartigen Aufträgen seinen Lebensunterhalt und landet heimatlos im Alkohol. Er will heimkehren, um in einem alten Aymara-Tanzritual zu sterben, sich und seine Ehre wieder zu finden.
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