Berlin erwacht aus dem Schlaf und wird zur Legende. 1927, fünf Jahre vor dem Ende der Weimarer Republik: Eine Stadt im Umbruch. Ein Kaleidoskop von Eindrücken, die ein lebendiges Bild der Viermillionen-Metropole vermitteln: von der ersten Morgendämmerung, wenn die ersten Pendlerzüge einlaufen bis in die späte Nacht, wenn sich die Lichtreklamen der Kinos und Tanzpaläste auf dem regennassen Asphalt spiegeln.
Hektik und Beschaulichkeit, Armut und Reichtum, Angestellte, Flaneure und immer wieder Busse, Straßenbahnen, Lastwagen, U-Bahnen, Züge, Autos, Fahrräder, Fußgängerströme als Pulsgeber des großstädtischen Rhythmus: Walter Ruttmanns Klassiker ist eine faszinierende Zeitreise in das Berlin vor 100 Jahren und ein Pionierwerk des dokumentarischen Films. Ruttmann konstruierte den Film um sorgfältig arrangierte Bewegungsabläufe nach einer sinfonischen Form, deren Rhythmus hypnotisiert, dem Zuschauer ein Geschwindigkeitserlebnis vermittelt und die einen neuen Sinn erzeugt, der über die Gegenständlichkeit der Filmaufnahmen hinausgeht.
Für die Berliner Nacht dieses Abends holen wir uns gleich mehrfach Gäste ins Kino! Lux Lauterwasser, das DJ-Duo Jochen Gläser und Johannes Mall, begleitet Walter Ruttmanns Großstadtsinfonie live an den Plattentellern. Zur Einführung spricht Prof. Dr. Chris Dähne, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachgebiet Kunst- und Architekturgeschichte der TU Darmstadt, deren Forschung sich der Architektur- und Entwurfsgeschichte widmet – und damit auch dem Blick auf die Stadt, der unsere Reihe "Kino über der Stadt" in diesem Semester trägt.
Vorfilm: Schattenseiten treffen sich Regie: Benjamin Breitkopf | Deutschland 2016 | 8 min | DCP | Ohne Dialog
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