A LETTER TO DAVID

Kino
20:30 Uhr
A LETTER TO DAVID

Info

von Tom Shoval, Israel / USA 2025, 82 min., OmU, digital
Mit "A Letter to David" (hebr. Michtav Le’David) kehrt Regisseur Tom Shoval mit einem zutiefst bewegenden, persönlichen Dokumentarfilm auf die internationale Bühne zurück - ein Werk, das auf schmerzhafte Weise aktueller nicht sein könnte. Im Zentrum steht David Cunio, einer der Zwillingsbrüder, die 2013 Shovals gefeiertes Spielfilmdebüt YOUTH (Berlinale Panorama) prägten - eine Geschichte über zwei Brüder, die aus Verzweiflung eine Entführung begehen. Heute ist das Thema keine Fiktion mehr.
Am 7. Oktober 2023 wird David Cunio gemeinsam mit seiner Familie von Hamas-Terroristen aus dem Kibbuz Nir Oz verschleppt. Seine Frau und die kleinen Töchter kommen nach 52 Tagen frei. David hingegen ist - bis heute - Geisel und Opfer des Terrors, tot oder lebendig.Shoval, langjähriger Weggefährte der Brüder, antwortet mit einem filmischen Essay - einem Brief an einen Freund, einen Schauspieler, einen Bruder.
Dabei verwebt er auf berührende Weise Archivaufnahmen,
unveröffentlichtes Behind-the-Scenes-Material aus Youth, Homevideos, Erinnerungen der Familie Cunio und Interviews mit Davids Zwillingsbruder Eitan, der in Israel auf seine Rückkehr wartet.Was entsteht, ist ein multiperspektivisches Erinnerungsbild - eine eindringliche Reflexion über das fragile Zusammenspiel von Realität und Fiktion, über Krieg, Trauma und die unaufhörliche Sehnsucht nach Normalität.
Die filmische Reise beginnt mit den ersten Casting-Aufnahmen der Brüder - junge Männer, mit stiller Präsenz, Verbundenheit und einer unbeschwerten Neugier fürs Leben. Der Film dokumentiert ihre gemeinsame Entwicklung, von Jugendlichen mit Filmambitionen zu Vätern und Ehemännern - und konfrontiert diese Vergangenheit mit der zerstörten Gegenwart ihres Heimatorts Nir Oz, einem der am härtesten getroffenen Orte des Massakers vom 7. Oktober.Doch "A Letter to David" ist mehr als ein Porträt eines Entführten. Es ist ein zutiefst menschlicher, politisch aufgeladener ...Mehr anzeigen Appell gegen das Vergessen, ein Gedenken an alle Geiseln und Opfer dieses Krieges - in Gaza wie in Israel - und ein filmisches Mahnmal gegen die Brutalisierung der Realität. (Verleihtext)
Als der Film 2025 auf der Berlinale erstmals als "Film ohne Ende" vorgestellt wurde, versprach Shoval, das Werk erst dann als vollendet zu betrachten, wenn David wieder zu Hause sei. Diese vollständige Version, die während der Berlinale 2026 gezeigt wurde, endet mit einem bewegenden
neuen Epilog, in dem David, Ariel und die gesamte Familie Cunio in dem Ende zu sehen sind, auf das wir alle zu hoffen gewagt hatten.
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