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neues Album, neue Tour: die Babyshambles sind zurück! © Quelle: MLK

Sechs Jahre waren die Babyshambles nach ihrem gefeierten Werk "Shotter's Nation" wie vom Erdboben verschwunden, einzig Frontmann Peter Doherty machte Schlagzeilen – nicht nur mit seinem Soloalbum. Mit "Sequel To The Prequel" veröffentlicht die Band nun ihr neues Studioalbum. Während Peter Doherty noch schlief, traf unser Redakteur Daniel Voigt den Gitarristen Mick Whitnall und den Bassisten Drew McConnell beim MELT!-Festival 2013 und sprach mit ihnen über das Album, Damien Hirst und die Bedeutung Peter Dohertys für die Babyshambles.

regioactive.de: Sechs Jahre sind seit dem letzten Album Shotter's Nation vergangen. Was habt ihr während dieser langen Auszeit gemacht?

Drew McConnell: Wir haben uns mit verschieden Dingen abgelenkt. Peter hat ein Soloalbum aufgenommen und seine Schauspielkarriere vorangetrieben, Mick hat als Produzent für andere Bands gearbeitet und ich war währendessen eine zeitlang als Session-Musiker aktiv. Aber die Zeit rauscht schnell an dir vorbei und du musst dich nur umschauen, dann sind die sechs Jahre auch schon rum und du schreibst wieder neue Songs.

"Der Anfang eines neuen Kapitels"

regioactive.de: Euer neues Album heißt Sequel To The Prequel. Wie ist der Albumtitel zu verstehen?

Mick Whitnall: Für uns ist das Album der Anfang eines neuen Kapitels. Einerseits, weil wir uns nach sechs Jahren wieder für ein Album zusammengeschweißt haben; außerdem, weil wir auch personelle Wechsel in Kauf nehmen mussten; andererseits, weil wir die Platte extrem schnell aufgenommen haben.

regioactive.de: Das Album-Artwork wurde von Damien Hirst entworfen. Wie habt ihr ihn kennengelernt?

Drew: Wir nutzten die Bekanntschaft mit seinem Sohn, um Damien zu fragen, ob er Künstler empfiehlt, die das Album-Artwork entwerfen könnten und daraufhin meinte er, dass er das gerne selbst machen würde.

Mick: Das Artwork ist das Ergebnis seines ganz eigenen Verständnis von abstrakter Malerei – Spin Art nennt man diese Kunst. Wir mussten ihm selbst nur ein paar unserer Fotos schicken und paar Wochen später brachte er dann schon diese bunte Artwork mit.

"Songwriting zum ersten Mal zu dritt"

regioactive.de: Repräsentieren diese Farben in einer gewissen Hinsicht auch den abwechslungsreichen, reiferen Sound?

Mick: Ich weiß nicht, ob Damien genau das damit ausdrücken wollte, aber in der Tat steckt in dem Album insofern mehr kreativer Input, als das wir diesmal alle drei am Album schrieben. Das war bei den vorigen Platten anders. So waren beim ersten Album vornehmlich Peter und unser ehemaliger Gitarrist, Patrick Walden, am Songwriting beteiligt und am zweiten Album arbeiteten vor allem ich und Peter die Songs aus – auf unserem dritten Album taten wir uns also zum ersten Mal zu dritt zusammen.

regioactive.de: Das Album wurde in Paris aufgenommen. Welchen Einfluss übte die Stadt auf euch aus?

Mick: Sie hat uns nicht wirklich beeinflusst, da wir die Songs schrieben, bevor wir sie in Paris aufnahmen – nur Peter wohnt auch in Paris. Genutzt hat es uns insofern, als dass es in Paris ruhiger zugeht, man mehr entspannen kann und man nicht 24 Stunden am Tag Programm hat, wie es oft in London der Fall ist. Dazu scheint das Leben für Peter dort einfacher zu sein. Er hat nicht so viel Ärger mit der Polizei.

regioactive.de: Eure erste Single heißt Nothing Comes To Nothing. Wenn von nichts nichts kommt, was stellt ihr mit dem „Nichts“ an?

Drew: Das ist eine sehr abstrakt-philosophische Frage, die dir Peter wahrscheinlich besser beantworten könnte. Das Nichts bedeutet für mich die absolute Abwesenheit einer Sache, eines Dings oder einer Person. Es stellt die absolute Absenz einer Struktur bzw. einer atomaren Verbindung im leeren Kontinuum des Raumes dar.

regioactive.de: Ein weiterer Song heißt Fall Of Grace. Dort singt Peter: „Can we go some place/ where they don't know my face?“. Spielt das auf den unerbittlichen Medienhype um seine Eskapaden an? Könnten die Babyshambles auch ohne Peter Doherty existieren?

"Niemand kann Peter ersetzen"

Mick: Ein klares Nein, absolut nicht! Niemand kann Peter ersetzen. An ihm misst man sich, an ihm orientiert man sich, seine Aura inspiriert einen selbst. Ohne ihn wären die Babyshambles nicht die Babyshambles, die wir heute sind.

Drew: Natürlich ist die Interaktion mit den Medien manchmal schwierig, aber im Endeffekt lohnt es nicht, sich darüber aufzuregen. Sie machen auch nur die nötige Arbeit.

regioactive.de: Ein anderer Song heißt Picture In A Hospital. Drew, nach einem schweren Fahrradunfall musstest du lange Zeit im Krankenhaus verbringen und sogar wieder laufen lernen. Wie geht es dir heute und inwieweit konntest du dadurch sogar etwas Kraft für die Zukunft schöpfen?

Drew: Die Situation war für mich sehr schwierig, aber ich bin froh, dass ich heute wieder einigermaßen gut laufen kann. Mein Wille hat mir dabei extrem geholfen und mich gestärkt. In jedem Fall bin ich nun erstmal glücklich, dass wir es geschafft haben, ein neues Album zu veröffentlichen.

regioactive.de: Vielen Dank für dieses Interview!

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