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Mark Stoermer © 2009, Universal Music

The Killers veröffentlichten dieses Jahr ihr neuestes Werk "Battle Born" und spielten vielerorts live. Wir trafen Bassist Mark Stoermer beim Berlin Festival und sprachen mit ihm über seine Band, Soloprojekte, Touren und das neue Album. Im März 2013 kommt die Band für Konzerte nach Hamburg, München und Köln.

regioactive.de: Hi Mark! Wie fühlt es sich an, nach einer längeren Zeit wieder voll im Rampenlicht zu stehen?

Mark Stoermer: Es fühlt sich gut an zurück zu sein. Aber es täuscht ein wenig wenn man denkt, dass wir untätig waren, nur weil wir seit vier Jahren kein neues Album herausgebracht haben. 2011 spielten wir zum Beispiel auf ungefähr zehn Festivals und haben viel am neuen Album gearbeitet.

"Musik ist Beruf und Hobby"

regioactive.de: Während dieser vier Jahre haben nicht nur Brandon und Ronnie ein Soloalbum veröffentlicht, sondern auch du. Gab es weitere Projekte?

Mark Stoermer: Ich war das erste Mal als Produzent tätig und habe das dritte Album der australischen Band Howling Bells produziert. Un dich habe die ganze Zeit Musik gemacht. Musik ist nicht nur mein Beruf, sondern auch mein Hobby. Es fällt schwer von der Musik wegzukommen.

regioactive.de: Was sind die guten und schlechten Seiten daran, in einer so bekannten Band wie The Killers zu spielen?

Mark Stoermer: Das Gute daran ist, dass wir das erfolgreich machen und keine normalen Jobs brauchen. Wir haben die Gelegenheit überall auf der Welt aufzutreten und sehen dadurch viele Länder. Was aber gleichzeitig auch das Schlechte daran ist: es dauert ungefähr 2 Jahre, um eine komplette Welttournee hinter sich zu bringen.  Dadurch wird man lange aus seiner gewohnten Umgebung und dem Zuhause herausgerissen.

regioactive.de: Mit Human gelang euch ein Welthit. Hattet ihr erwartet, dass dieser Song so erfolgreich wird?

Mark Stoermer: Wir hatten es uns erhofft, wählten Human bewusst als erste Single aus. Aber du weißt nie, ob die Reaktionen deine Erwartungen erfüllen können. Bei jedem Album entscheidest du, welche Singles ausgekoppelt werden, welche Lieder womöglich erfolgreich werden könnten. Aber niemand kann dir zu diesem Zeitpunkt schon sagen, ob du richtig liegst. Wir wussten bei Human, dass es ein großer Song ist, aber wir hätten nie erwartet, dass er gerade in Europa so populär wird. Die Reaktionen auf den Song waren eine kleine Überraschung für uns.

"Druck bei jedem Album"

regioactive.de: Wie schwer war es mit den hohen Erwartungen an Battle Born umzugehen?

Mark Stoermer: Diesen Druck gibt es bei jedem Album. Beim Debüt waren wir 16 und wollten einfach die Musik zu unseren Jobs machen. Beim Nachfolger war es so ähnlich. Wir wollten wiederholen, was wir mit dem Debüt erreicht hatten. Wir versuchen immer das bestmögliche Album zu machen. Der Druck ist also in unseren Köpfen vorhanden, aber wir versuchen ihn auszublenden. So war es auch bei Battle Born.

regioactive.de: Viele Musiker empfinden jeweils ihr aktuelles Album als das beste, das sie jemals gemacht haben. Ist Battle Born das beste Album der Killers?

Mark Stoermer: Es ist meiner Meinung nach das abgerundetste Album und von Anfang bis Ende das solideste Album der Killers. Ich denke es ist das beste, was wir an diesem Punkt unsere Karriere machen konnten. Aber die Fans sollten entscheiden, welches unser bestes Release ist.

regioactive.de: Während eurer "Day & Age Tour" 2009 sprach Brandon in einem Interview davon, dass ihr an einem Album arbeitet, das ausschließlich aus Coversongs besteht. Was ist daraus eigentlich geworden?

Mark Stoermer: Die ursprüngliche Idee dazu kam uns während dieser Tour. Wir dachten wir könnten sowas in ein paar Wochen fertig stellen, aber das haben wir bis jetzt noch nicht geschafft. Wir waren einfach zu beschäftigt. Die "Day & Age Tour" dauerte ungefähr zwei Jahre. Danach kam die Pause und wir widmeten uns unseren Soloprojekten. Wir legten das Projekt deshalb beiseite und konzentrierten uns schließlich auf die Arbeit an Battle Born. Ich denke aber, dass wir die Idee irgendwann nochmal aufgreifen.

"Wir wollen kein bestimmtes Genre bedienen"

regioactive.de: Euer erstes Album Hot Fuzz gilt als typisches Indierock-Album. Sams Town wurde eher als Rock-Album bezeichnet. Day & Age, das dritte Werk, hatte sehr viele Pop-Elemente. Welchem Genre rechnest du Battle Born zu?

Mark Stoermer: Es ist eine Mischung. Wir verarbeiten Einflüsse aus allen drei Bereichen; Indie, Pop und Rock. Beim Hören merkt man vielleicht, dass wir nie wirklich darauf aus waren, ein bestimmtes Genre zu bedienen. Wir mögen große Pop-Songs und -Bands, die damit Arenen füllen, aber wir mögen ebenso sehr Bands, die man unter Indie einordnen würde.

regioactive.de: Was ist dein persönlicher Lieblings-Song der Killers ?

Mark Stoermer: Das weiß ich gar nicht so genau, denn das ändert sich des Öfteren. Aber ich mag Bling sehr gerne. Ist zwar kein typischer Hit, aber vereint so viele Dinge in nur einem Song. Zum Beispiel Einflüsse von Depeche Mode und New Order. Der Song beginnt ziemlich düster und wird zum Ende hin immer freundlicher. Ich glaube, dass dies einer unserer originellsten Songs ist. Mein Live-Favorit ist When you were young – ich liebe es, diesen Song live zu spielen.

regioactive.de: Letzte Frage: wie siehst du die Band in zehn Jahren?

Mark Stoermer: Keine Ahnung. Ich schaue nur von Jahr zu Jahr. Man weiß nie, was kommt. Aber ich hoffe wir werden auch in zehn Jahren noch Musik machen und Spaß haben.

regioactive.de: Danke für deine Zeit, Mark!

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