Auch auf ihrem jüngsten, dritten Studio-Album The Sun & The Neon Light (2008) klingt so manches, was Booka Shade (so nennen sich Merziger und Kammermeier als Tourband) auf die Beine gestellt haben, so verdammt verführerisch "retro" nach 1983/84. Was gar nicht negativ gemeint ist, schließlich haben Booka Shade mit Movements (2006) ein spätes Konsensalbum der elektronischen Musik abgeliefert. Und die Basslinie von Body Language hat es immerhin in den Sampler von Will.I.Am von den Black Eyed Peas geschafft. 150 Shows in 20 Monaten sollen Booka Shade auf ihrer Movements-Welttournee absolviert haben. The Sun & The Neon Lights ist – auch schon wieder so eine liebenswürdig altmodische Geste – eine Art von Konzeptalbum geworden, eine Sound gewordene Reflexion über den Widerspruch zwischen appolinischem Tag und dionysischer Nacht. Live in Heidelberg war es besonders beeindruckend, wie die beiden Berliner das Publikum mitgerissen haben und wie präsent sie auf der Bühne waren. Unglaublich, wie Booka Shade auf der Bühne mindestens genauso heftig wie der komplette Saal abgegangen sind.


