Mit über 75.000 Betroffenen und mehr als 500 Unterkünften innerhalb des Stadtgebiets nahm Leipzig eine zentrale Rolle im System nationalsozialistischer Zwangsarbeit ein. Während sächsische Rüstungsfirmen wie die HASAG Zwangsarbeiter:innen im großen Stil einsetzten, spielte sich ein oft vergessenes Kapitel dieser Geschichte abseits der großen Betriebe und Sammellager ab. Volkmarsdorf und Neustadt-Neuschönefeld waren zu NS-Zeiten typische, dicht bebaute Arbeiter:innen-Stadtteile. Vor allem mittelständische Betriebe wie Autowerkstätten oder Wäschereien waren hier ansässig, die die billigen Arbeitskräfte ausnutzten. In den zahlreichen Gaststätten und Tanzlokalen brachten große Unternehmen wie die HASAG, die Erla-Werke oder die Leipziger Verkehrsbetriebe ihre Zwangsarbeiter:innen unter. Sie lebten Tür an Tür mit der Leipziger Bevölkerung. Die Tour führt durch Volkmarsdorf und Neustadt-Neuschönefeld – vorbei an ehemaligen Arbeitsorten und Lagern, von denen heute nur noch wenige Spuren sichtbar sind. Treffpunkt: 11:00 Uhr auf dem Neustädter Markt Tram 1, 3, 8, Bus 70 (Hermann-Liebmann / Eisenbahnstraße) Dauer: ca. 2 Stunden, Ende am Rabet Die Teilnahme ist kostenfrei und ohne Anmeldung möglich.
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