Juras letzter Winter
In seinem Roman „Juras letzter Winter“ macht Edgar Selge einem 16‑jährigen Jungen, der während der Blockade Leningrads verhungerte, ein Denkmal. Die Erzählung verknüpft zwei Ebenen: Ein Mann namens Edgar liest das Tagebuch des Jungen Jura, bis die Grenze zwischen Leser und Figur verwischt. Aus dem wiederholten Lesen entsteht eine vorsichtige, dann immer engere Begegnung, in der Jugend, Träume, Literatur, Mütter, Gewalt, Fremdheit und Nähe verhandelt werden. Stil und Aufbau sind kunstvoll und bedacht; Selge lässt Jura durch die Perspektivverschiebung lebendig werden. Die Lesung wird moderiert; Selge, Schauspieler und jüngst gefeierter Romandebütant, bringt seine Erfahrung als Darsteller in ...Mehr anzeigen die Lesung ein.Weniger anzeigen