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Bio
Zico? Ist das nicht der brasilianische Fußballspieler, der in den Siebzigern und Achtzigern wegen seiner ausgefuchsten Freistöße gefeiert wurde? Der „weiße Pelé“, wie man das Mittelfeld-Ass nannte? Ja, ist er! Und nein, ist er nicht! Denn hier geht es um Zico, die Band. Ein junges Rocktrio, das zwar nicht aus Rio de Janeiro stammt, sondern aus dem Altmühltal, das aber mit dem südamerikanischen Weltklassekicker eines gemeinsam hat: „Zico galt als weißer Schwarzer, und wir sind Weiße mit den Offbeat-Einflüssen der schwarzen Musik“, erklärt der Sänger, Gitarrist und Songschreiber Julian Knobloch-Krippner die Entstehung des Bandnamens.
Julian und seine Freunde Flo und Max, alle 18 Jahre jung, machen deutschsprachigen Reggae-Rock mit bayerischem Charme. Oder, wie Julian sagt: „modernen alternativen Rock mit Offbeat-Einflüssen.“ Seine Vorbilder heißen Bob Marley und Jimmy Hendrix, aber auch Beatles, Stones und Police sowie jüngere, deutsche Acts wie Seeed. Klingt nach einer wilden, explosiven Mixtur? Ist es auch! Als hätten sich die Killerpilze mit den Arctic Monkeys zur Jamsession auf Jamaika verabredet, um das „R“ in der Aussprache und den Rock im allgemeinen rollen zu lassen. Oder so. Aber eigentlich sind den drei Bayern Vergleiche wie diese gar nicht recht. Denn: „Wir machen komplett unser eigenes Ding. Unser Sound ist tanzbar und soll Spaß machen. Wenn die Leute beim Konzert nicht abgehen, haben wir etwas falsch gemacht – das ist unser Motto.“
„Zufällig genau so“ – der Titel des Albums ist Programm. Ein paar Zufälle haben aus der jungen Band das gemacht, was sie jetzt ist: ein vielversprechender Newcomer-Act mit Ecken und Kanten. Nichts Geglättetes, sondern etwas natürlich Gewachsenes mit dem Charme des Unperfekten. Wenn Julian singt, rollt er das „R“, wie er nun einmal spricht. „Der Dialekt von allen Seiten schlägt auf mich ein“, erklärt er und meint damit die besondere Lage seiner Heimat im Dreiländereck Mittelfranken, Oberbayern, Bayerisch-Schwaben. „Ich stehe dazu und will mich nicht verbiegen.“ Vieles ist indes genau so gewollt: diese unwiderstehliche Kombination aus Reggae, Pop und Bluesrock mit deutschsprachigen Texten mitten aus dem jungen Leben. Mitsing- und Tanzgarantie inklusive.
Die zehn eingängigen Songs der Debütplatte, alle entstanden in den vergangenen drei Jahren, sind durchweg optimistisch, jugendlich-frisch und auf die sehnsuchtsvolle Stimme des Frontmanns zugeschnitten. Ruppige Reggae-Rumpler („Cli Cla Club“, „Zico“) sind ebenso dabei wie euphorisch-rockige Nummern („Neuer Tag“, „Lass mich gehn“) oder gefühlvolle Songs („Is’ schon ok“, „September“). Die kraftstrotzende Coverversion „Mein Roller & ich“, basierend auf dem italienischen Volkslied „Volare“, ist Julians Hommage auf eines seiner Lieblingsländer: Italien, der Wahlheimat seines Vaters.
Derzeit basteln die Freunde an der Fachoberschule an ihrem Fachabitur. Das wollen sie unbedingt zu Ende bringen. Doch Julian, der bereits an viele Live-Auftritte und das nächste Album denkt, sagt auch: „Die Schule wird uns nicht davon abhalten, Musik zu machen.“ Das wäre jammerschade. Der Fußballer Zico hat sich ja auch durch nichts und niemanden vom Kicken abhalten lassen.
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LSM Soun
von LSM Soundsystem am Freitag, 18.03.2011
Yeeeeaaaaaaaaah! :)
Ra Ra Rastamann!
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