Mit Waschpulverkartons fing alles an. Mitte der 60er trafen sich eine Handvoll „netter Jungs von nebenan“ auf dem Dachboden eines Hauses im Stader Grafen-Viertel und machten Musik. Pappkartons dienten als Schlagzeug, Radios als Verstärker für die Gitarren. Beatmusik machen sie heute wieder, genauer gesagt seit gut dreizehn Jahren, sind die „Torpids“ dick im Geschäft. Mittlerweile mit professionellen Instrumenten und einem Sound, der in die Beine geht.
„Wo wir auch auftreten, wir bringen die Leute zum Tanzen“, freuen sich die TORPIDS, und erinnern an die Anfänge der Gruppe, die nicht so einfach waren.
Ihren Durchbruch schafften die sechs Jungs auf einem Beat-Festival in Jork. Der Auftritt in der Altländer Festhalle 1968 war von Erfolg gekrönt: Sie nahmen nicht nur den Sieg mit nach Hause, sondern auch einen Plattenvertrag. Ihre erste Platte „Keinen Kuss im Sonnenschein / The Girl for Me“ erschien bei Riwo-Schallplatten in Hamburg.
Es folgten Auftritte im Beatclub, im Kaisersaal in Hamburg und im Landkreis Stade. In der Regel rund 100 Songs in fünf Stunden. Mit eigenen Interpretationen, aufwändigen Bühnen-Shows und fantasievollen Kostümen brachten die Stader ganze Säle zum Kochen.
„Eine schöne, aber auch anstrengende Zeit,“ so die TORPIDS. Denn neben der Musik gab‘s noch Schule, Ausbildung oder Studium. Den sechs Musikanten machte es weniger aus als ihren Eltern.
1969 kam das Aus. Wehrdienst, Beruf und Heirat gehörten zu den Gründen, aber auch die neue Discowelle.
Dass die Stimmungskanonen eines Tages wieder live auf der Bühne stehen würden, hätten sie damals im Leben nicht geglaubt. Bei der TAGEBLATT-Oldie-Sommernachtparty 1999 auf dem Gelände der KVG spielte die Gruppe in Originalbesetzung mit Volker Schirmer (drums), Jürgen Ulrich , Jürgen von Kroge (leadguitar), Reinhard von Kroge (rhytmguitar), Herbert Beckmann (keyboard) und Sänger Wolfgang Watzulik „Oldies but goldies“.
Ein gelungenes Comeback: Alte und neue Fans sangen und klatschten begeistert mit zu Songs der Rattles, Lords, Beatles oder Rolling Stones. Es folgten Auftritte bei der Kieler Woche, Oldie-Night‘s, Hafen- sowie Stadtfesten, in der Fischauktionshalle, oder im Vorprogramm der Lords, Jürgen Drews und der Spider Murphy Gang.
2003 kam ihre erste CD mit neun Songs aus den 60ern heraus. Im April 2006 erschien die Zweite, im März 2012 die Dritte. Für den verstorbenen Herbert Beckmann steht heute Ulrich Kühn am Keyboard.
Mittlerweile ist die Band (wieder) bekannt und beliebt wie damals. Nie dauert es lange, bis der Funken überspringt. „Wir haben viele treue Fans, was uns bestärkt, weiter zu machen“.
Die Band spürt, dass das Publikum sie und ihre Art Musik liebt - vielleicht, weil die Zuhörer merken, dass es hier nicht um das Abspielen irgendwelcher alter Hits geht, sondern dass die sechs Musiker mit Herz und Humor dabei sind. Wenn die „Torpids“ loslegen, ist Stimmung garantiert und das Haus voll.
Beim NDR1 Radio NIedersachsen Oldiebandcontest 2012 belegte die Band den 4. Platz von 70 teilnehmenden Gruppen.

