no sleep tonight

Enter Shikari live im Berliner Lido

Review vom 18.01.2010
Autor: Sven Oberreich
Tags: Enter Shikari  

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Es war kalt und Berlin zeigte sich im ekligsten Winterwetter – vermatschte Straßen und Fußwege, eigentlich perfektes Pantoffelkinowetter. Doch potentiell nasses Schuhwerk und die latente Gefahr einer sich anbahnenden Erkältung konnten einen Fan nicht wirklich aus der Ruhe bringen. Schließlich gaben sich Enter Shikari die Ehre und präsentierten im Lido ihr aktuelles Album "Common Dreads", das ihnen erstmalig eine Headliner-Tour durch Deutschland eingebracht hat - zu Recht.

Enter Shikarie Live in Berlin
Rory Clelow (Enter Shikari)
Live in Berlin, Lido
15.01.2010
© prodigy-net.de
So fanden sich gut 500 begeisterte Enter Shikari-Fans im Berliner Lido ein, um sich den rauhen, gitarrenlastigen und im Vergleich zum letzten Berliner Konzert der Jungs (anlässlich der Prodigytour im November 2009) deutlich unelektronischeren Klängen des aktuellen Enter Shikari-Livesets hinzugeben. Im ausverkauften Club ging es dann sowohl auf der Bühne, als auch im Saal richtig zur Sache – letztlich wollte auch der letzte noch frierende Gast warmgetanzt werden. In der intimen Atmosphäre des Clubs fanden Enter Shikari schon mit dem ersten Takt den direkten Draht zu dem anwesenden Publikum, das sich sogleich dankbar und im weiteren Verlauf zudem noch extrem textsicher und um so euphorischer zeigten.  [Unten weiterlesen ...]


Dass Enter Shikari nicht unbedingt Kinder bekümmerter Berührungsängste sind, ließen Rou und Co. recht schnell wissen. Unbeirrt von den arbeitenden Fotografen suchten die Engländer schon in der Anfangsphase des Konzerts die direkte Nähe zu ihrem Publikum. Offenbar eingeengt von der eigentlich viel zu kleinen Bühne sprang Rou kurzerhand auf die Absperrgitter und setzte, ganz zur Freude der Fans, zum Crowdsurfen an. Doch dabei sollte es nicht bleiben. Wie schon andeutungsweise auf der Prodigy-Tour im letzten Jahr praktiziert, suchte Rou jedwede Art und Möglichkeit, um die recht zahlreichen Bühnenaufbauten zu erklimmen. Somit gab es bis zum Ende der Show im eigentlichem Sinne keinen Flecken auf, vor, neben und über der Bühne, der nicht vom neugefundenen "Reinhold Messner" bestürmt wurde.

Enter Shikari Live in Berlin
Enter Shikari
Live in Berlin, Lido
15.01.2010
© prodigy-net.de
Ebenso aktiv zeigte sich das, wie schon erwähnt, unglaublich textsichere und begeisterte Publikum. Angespornt vom Stagediving der Band neigten die Berliner jetzt auch zu eher sportlicheren Einlagen und versuchten sich ihrerseits im Crowdsurfen. Dazu kamen Mosphits und zwangloses Pogen in allen Variationen, Farbversionen und Kombinationen. Jedoch scheinen gerade im Bezug auf das Stagediving die Fähigkeiten der Berliner eher etwas unsicher. So ließ man Rou nach gelungenen fünf Metern gleich mal fallen, was natürlich den routinierten Londoner keineswegs aus der Ruhe brachte. Doch so war es kein Wunder, dass sich im späteren Verlauf Rory und Chris nicht in ganz so tiefe Wasser trauten und schon in Reihe drei den Weg zurück zum rettenden Ufer suchten. Auch die publikumseigenen Versuche scheiterten oftmals schon nach kurzer Zeit und verliefen das ein oder andere mal schmerzhafter als gewollt. Doch tat dies einer durchaus als gelungen zu bezeichnenden Show überhaupt keinen Abbruch. Die Fans feierten die Show, die Band, sich selbst und alles drum herum. Die Band dankte den Fanreaktionen mit einer grandiosen Bühnenshow. 

Enter Shikari, Berlin 2010
Rou Reynolds (Enter Shikari)

Live in Berlin, Lido
© prodigy-net
So verließen alle Akteure nach einem aufregenden Konzert gut gelaunt den Berliner Club. Die einen gut geduscht, die anderen gut durchgeschwitzt. Aber alle mit dem Gefühl im Bauch, eine recht ordentliche Show genossen haben zu dürfen. Zudem bewiesen die überschaubaren Massen, dass man auch mit 500 Leuten ein derbes Konzert veranstalten kann. Im Lido ging es wesentlich mehr zur Sache als bei so manchem 5000er Event – gepaart mit dem Bonus, seinen Idolen so nahe wie irgendmöglich sein zu können. Findet man bei größeren Events einen eher respektablen Freiraum zwischen einer eigentlich viel zu hohen Bühne und dem Publikum, befand sich hier alles in greifbarer Nähe. Man könnte fast sagen, Bühne und Publikum waren einen Katzen(Sänger)sprung voneinander entfernt.

Setlist:

COMMON DREADs | SOLIDARITY | STEP UP | THE FEAST | MOTHERSHIP | ZZZONKED | HAVOC A | NO SLEEP TONIGHT | GAP IN THE FENCE | HAVOC B | LABYRINTH | NO SSSWEAT | THE JESTER | HALCYON | HECTIC | ENTER SHIKARI | FANFARE FOR THE CONSCIOUS MAN

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Zugaben: SORRY YOU'RE NOT A WINNER | JUGGERNAUTS

Sven Oberreich

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von Sven Oberreich am Donnerstag, 21.01.2010

ja - die jungs sind super. hab sie jetzt 7 mal gesehen und 2 weitere gigs folgen in den nächsten tagen...

enter shikari sind (meiner meinung nach) auf dem besten weg den live-überkrachern THE PRODIGY konkurrenz zu machen. gib den jungs noch 2-3 jährchen und noch ein album vom schlage der common dreads und prodigy müssen sich warm anziehen!

Gast
Andreas

von Andreas am Montag, 18.01.2010

im april 2009 war die letzte show im fritz club.
das war auch mal voll der hammer

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