Gut zwei Monate nach Kölner c/o Pop 2009 rief das Berliner Pendant, die all2gethernow um Andreas Gebhardt, die Kreativköpfe der Musikbranche zusammen, um innovative Ideen im Rahmen verschiedener Netzwerktreffen - so genannter Sessions - auszutauschen.

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Bereits im Vorfeld sorgte die a2n (all2gethernow) für Aufsehen, indem sie immer wieder als Alternativ-Veranstaltung zur Popkomm diskutiert wurde, welche dieses Jahr bekanntlich ausfiel und zum selben Zeitpunkt hätte stattfinden sollen. Es steht sicher außer Frage, dass die Absage der einst bedeutendsten Messe der Tonträgerindustrie den Impuls für die a2n setzte, deren Organisation und Entstehung in nicht mehr als zwölf Wochen von einem äußerst ambitionierten und kompetenten Team der newthinking-Schmiede gestemmt wurde. Prominentes Zugpferd und gleichzeitig polarisierendes Element der a2n ist Tim Renner, der einst bei Universal beschäftigt war und heutzutage mit seinem Label "Motor" alternative Wege geht. 

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Die Kernaussage sowohl der c/o Pop als auch der a2n besteht insbesondere darin, die alten verknöcherten Strukturen um die Majorlabels und Verwertungsgesellschaften aufzubrechen und neue kreative Ansätze zu schaffen, die den Bedürfnissen sämtlicher Player (insbesondere der Musiker und Konsumenten) in der Wertschöpfungskette der Musikindustrie vor dem Hintergrund einer unaufhaltsamen Durchdringung neuer interaktiver Medien gerecht werden. So will sich die a2n schließlich auch nicht als Messe verstanden wissen, sondern positioniert sich eher als Kongress, bei dem es darum geht, alle Beteiligten einer Branche auf Augenhöhe zusammenzubringen und den Ideenaustausch zu fördern. Dieser findet wiederum in zahlreichen Sessions statt, in denen es häufig um die Frage geht, wie Musik bzw. kreativer Output über das Internet vertrieben werden kann und gleichzeitig der Künstler/Kreative eine angemessene Vergütung erhält. Dass sich insbesondere die so genannten Majorlabels dieser Herausforderung stellen müssen, ist nichts Neues. Ebenso wenig wie die Tatsache, dass sie den Startschuss für eine konstruktive Auseinandersetzung mit den Chancen und Risiken einer über das Internet vernetzten Gesellschaft überhörten. Infolgedessen wird eine "digitale Krise" ausgerufen, die Popkomm abgeblasen und um staatliche Hilfe bei der Verfolgung von Musikkonsumenten gefleht.

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Dass man sich der aktuellen Situation auch anders nähern kann, das wurde in zahlreichen Gesprächen sowohl auf der c/o Pop als auch auf der a2n deutlich, in denen unter anderem neue Geschäftsmodelle vorgestellt und die Auswirkungen digitaler Medien auf das Verständnis für geistiges Eigentum beleuchtet werden. Die Diskussionen drehen sich immer wieder um Themen wie zum Beispiel die Funktion der GEMA, die Möglichkeiten alternativer Lizenzierungsmodelle wie Creative Commons, das Für und Wider einer Kulturflatrate, sowie den Sinn und Unsinn einer Strafverfolgung von Musikkonsumenten, die über Peer-to-Peer-Netzwerke Inhalte tauschen. Wie in jedem vernünftigen Diskurs gibt es in allen Fragen Vertreter unterschiedlichster Auffassungen und Meinungen. Nicht jede Geschäftsidee wird sich demnach als tragfähig erweisen und nicht jedes Lizenzierungsmodell wird den gewünschten Effekt herbeiführen. Was jedoch festgehalten werden kann, ist die Tatsache, dass durch derartige Veranstaltungen eine Entwicklung in Gang gesetzt wird, über die sich die verschiedenen Akteure aufeinander zu bewegen und getreu dem Motto "all2gethernow" ein zukunftsträchtiges Netzwerk zusammenwächst.

Stimmen zur a2n während der "Berlin Music Night"

Dirk Brünner

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