routinierter auftritt trotz mäßigem sound

The Black Box Revelation live im Magnet Club in Berlin

Review/Bericht vom 29.04.2009 | Autor: Daniel Voigt

Tags: The Black Box Revelation  

Bereits zum dritten Mal innerhalb nur eines halben Jahres spielten The Black Box Revelation vor wenigen Tagen in Berlin. Diesmal sprang der Funke, trotz eines abermals energievollen Auftritts, jedoch erst spät auf das Publikum über.

Black Box Revelation 2© The Black Box Revelation
Denn obwohl die belgische Gruppe  The Black Box Revelation ihre vom Bluesrock inspirierte Musik wieder einmal mit voller Einsatzbereitschaft und Energie präsentierte, der Schlagzeuger Dries Van Dijck sich dabei kraftvoll und mit dem ganzen Körper hin und her bewegt, der Sänger und Gitarrist Jan Paternoster mit allen Leibeskräften ins Mikrofon brüllt, kommt im Publikum an diesem Abend erst vor den Zugaben, beim Song Set Your Head On Fire, im Saal richtig Stimmung auf. Das spürt man vor allem daran, dass viele Zuschauer plötzlich doch den Willen zum Tanzen verspüren, den man zuvor auch wegen des sehr verhaltenen Applauses der Leute so gar nicht mehr erwartet hätte. Vielleicht ist einer der Gründe, warum das Publikum praktisch erst an dieser Stelle des Gigs aus sich herausgeht, dem Umstand geschuldet, dass der Sound im Club während des gesamten Konzerts nur mäßig ist.

The Black Box Revelation 3© The Black Box Revelation
So kann man zum Beispiel die Stimme des Sängers anfangs kaum vernehmen. Stattdessen geht sie im dominanten und vorantreibenden, bluesigen Sound von The Black Box Revelation unter. Das ist schade, denn der aufreibende Gesang ist einer der wichtigsten Elemente des Sounds der Gruppe. Auch dem Sänger selbst scheint dieser Umstand nicht zu gefallen und er macht mit seiner Hand immer wieder Zeichen, dass der Tontechniker am Mischpult seine Stimme doch bitte mehr herausheben soll. Mit dem daraus folgenden Ergebnis ist er zwar zufrieden. Als Zuschauer muss man aber feststellen, dass die Stimme immer noch nicht gut zu hören ist, obwohl Jan Paternoster weiterhin mit voller Kraft ins Mikrofon singt.

The Black Box Revelation© The Black Box Revelation
Musikalisch hat das Konzert jedoch kaum Schwächen. Die beiden Musiker von The Black Box Revelation spielen die Songs ihres Debütalbums Set Your Head On Fire, wie schon im vergangenen Herbst im Bang Bang Club, routiniert herunter und gönnen sich dabei nur wenig Pausen. Im Programm stehen dann natürlich auch die bekanntesten Songs I Think I Like You, Never Alone, Always Together und das oben schon erwähnte, auf diesem Gig meist gefeierte Stück Set Your Head On Fire. Und als sie nach 50 Minuten die Bühne wieder verlassen, wird die Band, trotz des Sounds, am Ende doch noch kräftig von den Zuschauern gefeiert.

Es war ein Konzert, das von der Band erneut routiniert gemeistert wurde, aber auf dem erst spät größere Stimmung durch das Publikum aufkam, das wiederum selbst an dem nur mäßigen Sound mit unhörbarer Stimme des Sängers zu leiden hatte.

Daniel Voigt

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