suchet und ihr werdet finnen NIGHTWISH live in der Europahalle Karlsruhe
Nightwish (live in Karlsruhe, 2009) Foto: Rudi Brand, © regioactive.de
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Indica (live in Karlsruhe, 2009)
Foto: Rudi Brand
Foto: regioactive.deDer Abend begann mit Indica, einer finnischen Band, die aus fünf jungen Frauen besteht, die Pop-Rock ganz mit finnischem Flair spielen. Mit Geige, Folk-Einflüssen, wundervollem finnischen Gesang und ihren Gothic-Kleidern begeisterten die Damen das Publikum. Das Verblüffende: Indica sind in Finnland ganz groß, während man hier noch fast nichts von ihnen gehört hat. Mehrere Chartplatzierungen mit ihren Alben und Singles lassen sie dort oben mitspielen, während sie international wohl erst durch die Zusammenarbeit mit Nightwish bekannt wurden. Besonders stark überzeugte ein Cover von Kate Bush, Wuthering Heights, das jedoch leider auf keinem der vier Alben zu finden ist.
Nach einer leider recht kurzen Spielzeit wurde es nun etwas härter. Die Industrial-Rocker Pain wollten die Meute richtig anheizen, was ihnen auch ohne größere Schwierigkeiten gelang. Die meisten Fans kannten Pain bereits von vergangenen Konzerten, und somit hatten es die drei Live-Musiker mit Solo-Projektleiter Peter Tägtgren nicht schwer, das Publikum zum Abgehen zu bringen. Da die Europahalle in Karlsruhe offiziell ausverkauft war, endete der Auftritt von Pain bereits mit mehreren tausend nass geschwitzten Fans, die jetzt nur noch auf eines warteten: Nightwish!
Während dem typischen Intro, das glatt aus einem Film-Soundtrack stammen könnte, betraten Nightwish unter tosendem Applaus die Bühne. Ein riesiger Anker und ein altes Boot, getauft auf den Namen "Ocean Soul" (wohl als eine Anlehnung an den Track Ocean Soul auf Century Child), zierten das Bühnenbild, welches mit einem wahrhaft riesigen Nightwish-Banner hinterlegt war. Bereits das erste Lied, 7 Days to the Wolves, sorgte für einen gnadenlosen Feuerregen auf das Publikum. Pyroeffekte ohne Ende schossen aus den circa 20 Flammenwerfern gen Himmel – und das bei einer Indoor-Show.
Die Setlist war recht vielfältig gestaltet. Zahlreiche alte Lieder wurden für diese Show nochmal herausgeputzt, vor allem das sehr gefühlsvolle Dead Boys Poem war wohl eine Überraschung für viele, da es noch aus den Wishmaster-Zeiten stammt und immer als eine der Heiligkeiten von Tarja galt. Jedoch haben die Jungs mit ihrer neuen schwedischen Sängerin eine sehr gute Wahl getroffen, und Anette setzte den Song auch mehr als gut um. Die Pyros hatten noch lange nicht ihr Ende gefunden: bei insgesamt 6 von 14 Liedern wurden Feuerfontänen gegen die Hallendecke geschleudert. Und das war längst nicht alles. Nightwish verstanden es, ihr Publikum zu unterhalten. So gab es noch einige Feuerwerkskörper, welche die Halle erhellten, doch man sollte auch nicht den mehr als stilecht eingesetzten Schaumwerfer vergessen: Man stelle sich den wohl allseits bekannten Dauerbrenner Nemo vor, während zwei Minuten lang Kunstschnee, produziert vom Schaumwerfer, ins Publikum geblasen wurde. Ein mehr als wundervoller Effekt, der den Jubel des Publikums nochmals einige Dezibel lauter erklingen ließ.
Zu guter letzt mussten auch die hochgefeierten Helden von Nightwish die Bühne verlassen. Jedoch ließen sich die Finnen und ihre Schwedin nicht so einfach vertreiben und machten nochmals für zwei Zugaben richtig Stimmung! So spielten sie das verträumte Stück Ghost Love Score, unterlegt mit einem wahren Konfettischauer, denn was dort an Konfetti auf die verträumte Menge herabsegelte, war mehr als nur ein Konfettiregen. Danach sagte Anette das wirklich letzte Lied des Abends mit den Worten "Of course – Angel!" an: Wish I Had An Angel ließ nochmals alle Pyros und Feuerwerkskörper aufhellen und war ein glänzender Abschluss des Abends.
Nightwish live in concert ist eine Lebenserfahrung, denn diese Band weiß, was eine Bühnenshow ist. Wer hier nicht zuschaut, ist selbst dran schuld! Selbst in der Halle noch ein wahrer Augen- und Ohrenschmaus und keinesfalls eine abgespeckte Openair-Show – soviel Indoor-Feuerwerk ist wohl einmalig!
