"zwischen all den rappern komm ich mir manchmal vor wie ein reh"
FIVA MC im Interview
Interview vom 21.02.2009 | Autor: Andreas Margara
Tags: Fiva MC Flip DJ Radrum DJ Phekt Texta mnemonic Blumentopf
Interview vom 21.02.2009 | Autor: Andreas Margara
Tags: Fiva MC Flip DJ Radrum DJ Phekt Texta mnemonic Blumentopf
In den Weiten des deutschen Musikgeschäfts ist Fiva MC aus München eine der wenigen weiblichen Vertreterinnen der rappenden Zunft. Seit Ende der 90er ist sie dabei. Mittlerweile hat die Rapperin die Uni hinter sich gelassen, ein Buch veröffentlicht und auf zahlreichen Poetry-Slams mit ihrer Dichtkunst für Aufsehen gesorgt. "Rotwild" heißt ihr nunmehr drittes Soloalbum, das am 20. Februar veröffentlicht wurde. Wir haben sie interviewt.
Ra: Dein neues Album ist gerade erschienen. Was verbirgt sich hinter Rotwild?Fiva: Nein.. wie schon gesagt: Flip war am musikalischen maßgeblich beteiligt. Ich habe ihm von Anfang an gesagt, was ich gerne für Beats hätte. Er hat deshalb eine Vorauswahl getroffen, aus der ich dann wiederum ausgewählt habe. Und Soul höre ich sowieso von Herzen gern.
Ra: In deinen Texten wird die Uni häufig thematisiert. Was hast du denn studiert?
Fiva: Soziologie, Psychologie und Wirtschaftsgeographie in München. Geht’s echt sooft um Uni? Da bin ich nun ja auch schon ne Weile von weg...
Ra: Naja, zumindest ist bei deinen Texten rauszuhören, dass du Studentin warst... Was macht für dich der spezielle Reiz von Poetry Slams im Vergleich zum Rappen aus?
Fiva: Man kann die Texte auf einer Bühne "ausprobieren". Zudem herrscht eine ganz andere Atmosphäre auf Slams. Die Leute hören mehr zu und sind primär wegen den Texten da. Ich habe sprachlich extrem viel an Erfahrung gewonnen. Und auch vom Sprechen her habe ich viel gelernt.
Ra: Außerdem bist du noch eine Buchautorin. Von was handeln deine Bücher?
Fiva: Bisher habe ich nur ein Buch mit Sprechtexten verfasst. Es heißt Klub Karamell. Es dreht sich um Vieles – am besten selber lesen. Aber es ist und bleibt Fiva. Im Moment sitze ich an einem Band mit Kurzgeschichten, der nächstes Jahr rauskommen soll.
Ra: Braucht deutscher Rap mehr Weiblichkeit?
Fiva: Keine Ahnung. Rap braucht für mich Haltung und Individualität. Ob weibliche oder Männliche ist mir eigentlich egal.
Ra: Bist du Vergleiche mit Cora E leid, da Sie immer als Prototyp des Female MC herhalten muss, hast Du sie mal getroffen?
Fiva: Ja, habe sie ein paar Mal getroffen. Ich liebe ihre alten Platten. Sie war offiziell die Erste und es gibt wirklich schlimmere Vergleiche…
Ra: In einem Interview habe ich gelesen, dass Jean Grae für dich eine große Inspiration ist. Würdet Du dir ein Feature von ihr wünschen?
Fiva: Yoh.
Ra: Auf deinem Album gibt es bis auf Flip und DJ Phekt keine Gäste. Hattest du selbst soviel zu sagen, dass kein Platz für Features übrig blieb?
Fiva: Ich finde es mit Features allgemein schwer. Mich muss mit Menschen mehr verbinden, als nur ein Rapstyle. Ich will was erzählen, und wenn es mit wem im Dialog ist, dann muss die Chemie stimmen. Und wenn es zutrifft, wie mit Flip oder auf Spiegelschrift mit Aphroe, dann umso besser.
Ra: Wird es eine Tour zum Album geben, oder behältst du den Focus weiter auf Slams und Workshops?
Fiva: Ich hatte noch nie einen Focus. Ich bin dankbar um die Vielfältigkeit meiner Arbeit. Und sobald coole Shows anstehen, freue ich mich drauf. Es stehen ja auch schon ein paar Gigs. Checkt einfach: www.fivasolo.de – da gibt’s alle neuen Termine!
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