ska für jeden!
Reel Big Fish und Suburban Legends live im Magnet in Berlin
Review/Bericht vom 07.02.2009 | Autor: Jasmin N. Weidner
Review/Bericht vom 07.02.2009 | Autor: Jasmin N. Weidner
Reel Big Fish haben ihre Anhängerschaft mit ihrem tanzbaren und rockenden Sound weltweit immer mehr vergrößert. Gerade mit den vor Kraft und Unterhaltung strotzenden Live-Konzerten, die von Tour zu Tour mehr Fans anziehen. Ein genialer Ska-Punk-Abend brachte die pure Lebensfreude nun auch ins verschneite und eisglatte Berlin: Gemeinsam mit Suburban Legends bewiesen sich Reel Big Fish als grandiose Live-Performer und absolute Gute-Laune-Macher, denn schließlich traf im Magnet Club Handwerkskunst auf Talent.
Wenn ein Konzert damit beginnt, dass die Vorband genau zwei Minuten benötigt, bevor die zu drei Vierteln gefüllte Location mitgeht, hüpft und sich freut, dann weiß man, dass es ein guter Abend sein wird. Am letzten Sonntag im Magnet handelte es sich sogar um einen großartigen. Die sechs wahnsinnigen, aber überaus talentierten Jungs von Suburban Legends gaben ab Punkt 21 Uhr alles – und das Publikum, das in den ersten Reihen überwiegend aus Mädels besteht, macht mit. Der Sänger flirtet mit dem Publikum, fordert es schlicht auf: "Now let’s bounce" – dem auch sofort Folge geleistet wird. Springlebendig, sichtbar topfit und ohne Berührungsängste läuft der Sänger ins Publikum. Zu Hey DJ gibt es eine kleine Tanzeinlage und alle Anwesenden singen ein rhythmisches "La la" mit. Nach 45 Minuten Suburban Legends bleibt nur der Wunsch nach mehr: mehr Bühne für Luis Beza, Vince Walker, Brian Robertson, Derek Lee Rock, Mikey Hachey und Brian Klemm; mehr Publikum zum Überzeugen und Mitnehmen; und nicht zuletzt natürlich auch mehr Präsenz in Deutschland, auf den großen Festivals. Schlicht und einfach: mehr Suburban Legends! Doch der Abend hat erst angefangen: Wenig später legen Reel Big Fish los und nehmen das perfekt angeheizte Publikum sofort mit in ihre Welt des Stimmungs-Skas. Wie aus dem Nichts füllt sich die Halle mit Männern, Teenies und jeder Menge Alt-Fans. The kids don’t like it, das singt Aaron Barrett, der seit Gründung der Band die Stimme ist. Und mit dieser Aussage hat er Recht: Das sehr gemischte Publikum mag den Auftritt nicht, es liebt ihn, wenn man das Jubeln, Springen, Mitsingen und glückselige Strahlen so interpretieren darf. Die aktuelle Besetzung besteht zudem aus Derek Gibbs (Bass), Dan Regan (Posaune), Scott Klopfenstein (Trompete, Gitarre, Gesang), John Christianson (Trompete) und Ryland Steen am Schlagzeug.Die Klassiker von Beer über Your Guts (I Hate 'Em) dürfen nicht fehlen, und so wird auch dieses Mal wieder Take On Me (original von A-ha) zum großen Highlight.
Das neue Album wird gespielt, angeboten und – den ellenlangen Schlangen am Merchandise-Stand zufolge – auch gekauft: Fame, Fortune and Fornication. Ein absolut perfekter Abend, der so ziemlich jeden mit einem seligen Grinsen zurück in das rutschige und kalte Berlin-Prenzlauer-Berg entlässt.
Jasmin N. Weidner
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