indieclub auf dem kiez vor dem aus

Spendenaufruf fürs Molotow

News vom 25.07.2008
Autor: Björn Reinhard
Tags: Molotow  

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Rettet den Kultclub! Es ist ernst, in Hamburg steht die Indieclub-Institution Molotow vor dem Aus. Zu hohe Produktionskosten für Konzerte und die eingebrochenen Getränkeumsätze nennt der Betreiber als Ursache - das indielastige Nieschenkonzept bringt nicht mehr genügend Geld.

Aufruf: "Rettet das Molotow!"
Aufruf: "Rettet das Molotow!"
In einem offiziellen "Statement zur aktuellen Situation vom Molotow" steht die, für Indiebegeisterte, schreckliche Nachricht: Die Kündigung des Mietvertrags für das Molotow auf der Hamburger Reeperbahn ist raus! Was schon zuvor in der Presse bekannt wurde ist damit Gewissheit. Wie viele andere Clubs in Deutschland und besonders auf der Reeperbahn wurde die Situation für die Einrichtung nicht mehr haltbar: zu wenig Getränkeumsatz und zu hohe Produktionskosten zwingen zur Aufgabe. Obwohl das Molotow gleichbleibend gute Besucherzahlen bei Konzerten verzeichnet, etwa bei den White Stripes, Billy Talent, The Hives, The Killers und Mando Diao, konnte nicht mehr ausreichend Geld mehr eingefahren werden. "Das führt dazu, dass wir, wie z.B. in diesem Frühjahr, mit einem Konzert Minus machen, obwohl über 200 Gäste Eintritt bezahlt haben." An den Produktionskosten stieg neben den horrenden GEMA-Gebühren vor allem die Ausagben für das Konzert selbst und die Künstler. Die Unterbringung und Verpflegung der Musiker, die Gage und die Kosten für Tontechniker, Aufbauhelfer etc. sind eben in einem kleinen Club genauso groß wie die in einem großen. Auf lange Sicht gesehen hat ein kleiner Club also entsprechend schlechte Chance. Hierrüber machte sich der Betreiber Andi Schmidt von Anfang an auch garkeine Illusionen: "Mir war immer klar, dass man mit einem Laden wie dem Molotow kein Geld verdient, so etwas macht man aus Spaß und Idealismus."  [Unten weiterlesen ...]


Allerdings war der endgültige Schlußpunkt erst erreicht, als der Getränkeumsatz einbrach. Hierfür macht der Inhaber zum einen das Rauchverbot und zum andern "die immer größere Dichte von Kiosken, Imbissen und Discountsupermärkten, die billige Getränke anbieten" verantwortlich.

molotow
Diese Thematik lässt sich aber auch beliebig erweitern. In den letzten Jahren wurde das Sterben der kleinen Clubszene in vielen deutschen Städten ein Problem. Einen Live-Club trifft dies natürlich am härtesten. Dieser muss mit immer neuen Acts die Leute anlocken und kann nicht einfach, wie etwa eine Disco, auf immer wiederkehrendes Stammpublikum hoffen. Und wer dem Gast etwas bieten will, der muss entsprechend zahlen, eine Gefahr, die die Underground-Szene ins Abseits zu treiben droht.

Doch die Fans haben immer noch Hoffnung. Seitdem die Situation bekannt wurde, wurde von ihnen ein Spendenaufruf für das Molotow gestartet, um doch noch das Schlimmste zu verhindern.

Zur Rettung der Venue hat "Rettet das Molotow" ein Spendenkonto eingerichtet:

Konto-Nr.: 1291 12 65 20
Bankleitzahl: 20050550
Bankinstitut: Hamburger Sparkasse
Verwendungszweck: Molotow Spende

Björn Reinhard

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Gast
Gast

von Gast am Mittwoch, 30.07.2008

Die Spendenaktion ist ja ganz nett gemeint, aber natürlich langfristig keine Lösung. Das Problem liegt eben in der Tatsache, daß das Publikum im Club keine Umsätze mehr macht, sondern für's Bier lieber mal eben zum Kiosk um die Ecke geht. Dabei ist der Getränkeumsatz jedoch überlebenswichtig.

Die GEMA - Gebühren sind natürlich in ihrer Struktur nicht immer nachvollziehbar (allerdings sind sie nicht gestiegen, sondern waren schon immer hoch), auf der anderen Seite leben davon eben die Autoren der Musik. Und daß die Gagen der Künstler steigen liegt an den zu wenig verkauften und zu viel schwarz gebrannten CDs; auch Künstler (gerade die kleineren) brauchen Geld, um bei Aldi nicht mit leeren Taschen an der Kasse zu stehen.

So rächt sich insgesamt die Mentalität, daß alles (Bier, CDs, Eintrittskarten) möglichst wenig kosten darf. Nur die Megaacts sind da zumindest bei den Ticketpreisen noch eine andere Liga.

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